Losnummer: 3222
Die Authentizität dieses Werkes wurde vom Wildenstein Institute, Comité Pierre-Auguste Renoir, Paris, 23. Februar 1999, bestätigt. Das Werk ist dort unter der Nummer 99.02.23 / 6258 archiviert.
Provenienz:
- Galerie Bernheim-Jeune, Paris (Nr. 20163).
- Bernheim-Jeune (bei obiger Galerie erworben 15. Januar 1914, Preis 10,000 F).
- Unbekannte Auktion: Lausanne, 31. Dezember 1916.
- Ambroise Vollard, Paris.
- The Mayor Gallery, London (erworben 1948).
- Allan Millar, England (bei obiger Galerie erworben 15. April 1952).
- Unbekannte Auktion: Galerie Charpentier, Paris, 17. Juni 1960, Los 101.
- Privatsammlung Paris.
- Europäische Privatsammlung.
Ausstellungen:
- London 1951: Paintings, The Mayor Gallery, London 1951, Kat.Nr. 17.
- Hiroshima 2003/2004: Monet and Renoir: Two Great Impressionist Trends, Prefectural Art Museum, Hiroshima,1.11.2003 - 15.01.2004, S. 96, Kat.Nr. 62 (Abb.).
- Tokyo 2004: Monet and Renoir: Two Great Impressionist Trends, The Bunkamura Museum of Art, Tokyo 2004, 7.02 - 9.05.2004.
Literatur:
- Towndrow, Kenneth Romney: French Painters. I - Renoir. Apollo, London,1952, S. 47 (mit Abb.).
- Dauberville, Guy Partice/Michel: Renoir. Catalogue Raisonné des tableaux, pastels, dessins et aquarelles, Bd.III, Paris, 2010, S. 308, Kat.Nr. 2334 (mit Abb.).
Provenance:
- Galerie Bernheim-Jeune, Paris (no. 20163).
- Bernheim-Jeune (acquired from the above on 15th January 1914 for 10,000 F).
- Anon. sale: Lausanne, 31st December 1916.
- Ambroise Vollard, Paris.
- The Mayor Gallery, London (acquired in 1948).
- Allan Millar, Great Britain (acquired from the above on 15 April 1952).
- Anon. sale: Galerie Charpentier, Paris, 17 June 1960, lot 101.
- Private Collection Paris.
Exhibited:
- London 1951: Paintings,The Mayor Gallery, 1951, no. 17
- Hiroshima 2003/2004: Monet and Renoir: Two Great Impressionist Trends, Prefectural Art Museum,November 1 2003- 15 January 2004, no. 62, p. 96 (illustrated in colour). This exhibition then travelled to Tokyo, The Bunkamura Museum of Art, 7 February - 9 May 2004.
Bibliography:
- Towndrow, Kenneth Romney: French Painters. I - Renoir, London,1952, p. 47, fig. V (illustrated).
- Dauberville, Guy Partice/Michel: Renoir.Catalogue Raisonné des tableaux, pastels, dessins et aquarelles, Volume III, Paris, 2010, no. 2334, p. 308.
This work is to be included in the forthcoming catalogue critique of Pierre-Auguste Renoir being prepared by the Wildenstein Institute and established from the archives of François Daulte, Durand-Ruel, Venturi, Vollard and Wildenstein and is recorded under archive no. 99.02.23 / 6258.
Ruhig steht die junge Frau im Schatten des Baumes, um sich vor der Hitze des Tages in Sicherheit zu bringen, einen Korb in der Hand. Die Luft im Hintergrund flirrt, der Blick der Schäferin ruht in der Ferne. Pierre- August Renoir, einer der Hauptvertreter des französischen Impressionismus, hat dieses traditionelle Sujet der Schäferin meisterlich in Szene gesetzt, ganz im Sinne seines reifen Stils.
Zunächst als Porzellanmaler ausgebildet, studiert Renoir 1862/63 in Paris an der École des Beaux-Arts, tritt dann ins Atelier von Charles Gleyre ein und debütiert 1864 im Salon. Während in den Frühwerken noch die Wirkung der Malerei Gustave Courbets erkennbar ist, wendete sich Renoir um 1867 unter dem Einfluss der Maler von Barbizon der Freilichtmalerei zu. Durch die Freundschaft mit Gleichgesinnten wie, Claude Monet und Alfred Sisley, befruchten und ermutigen sie sich gegenseitig in ihrem Schaffen. Das Malen im Freien, das direkte Naturerlebnis und die unmittelbare Übertragung der Eindrücke auf die Leinwand, wird zum Programm. 1874 nimmt Renoir an der ersten Ausstellung der Impressionisten teil. Doch auch der finanzielle Erfolg, der sich ab Mitte der 1870er Jahre einstellt, kann ihn vor einer schöpferischen Krise nicht bewahren. Renoir glaubt Anfang der 1880er Jahre im Impressionismus die Gefahr der Formenauflösung zu erkennen und wendet sich zwischenzeitlich der strengen Malweise des Klassizismus zu. Doch schon einige Jahre später findet er wieder zu der für ihn so charakteristischen malerischen Gelöstheit zurück, die auch im hier präsentierten Gemälde "La Bergère" zu erkennen ist. Die Klarheit, die er durch die Auseinandersetzung mit den Künstlern des Klassizismus gewonnen hat, zeigt sich in dieser Arbeit in der Verdichtung des Pinselstrichs - ohne dabei auf die Leuchtkraft der Farben zu verzichten. Nicht nur in der Formensprache auch thematisch orientiert sich Renoir an seinen frühen Vorbildern aus der Schule von Barbizon. Das hier dargestellte klassische Thema der Schäferin wird insbesondere von Jean-François Millet immer wieder in verschiedenen Variationen bearbeitet. Auch Renoir findet Gefallen an der Harmonie von Mensch, Natur und Tier. Doch im Gegensatz zu Millet ist bei Renoir die leuchtende Farbe das Bindeglied. Obwohl die Schafe nicht zu sehen sind, macht Renoir durch den Titel deutlich, dass es ihm hier um einen Idealzustand geht, um eine perfekte Harmonie von Mensch und Natur, wie er sie auch beim Malen erlebt. Die intensive, atmosphärische Wirkung der Farbgebung lässt die vorliegende Arbeit zu einem Kleinod des Impressionismus werden.
 |