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Erhellende Herbstauktionen bei Koller

Buchmaler aus dem Gefolge des Meo da Siena, Initiale M mit den drei Marien am leeren Grab, um 1320/25

Durchschlagender Erfolg für die Versteigerung einer privaten Sammlung italienischer Buchmalerei – Lebendiges Bieten in sämtlichen Kategorien von Porzellan bis zu den Gemälden des 19. Jh.

Mit einem breiten Spektrum an alter Kunst und Kunsthandwerk richtete sich Koller Zürich vom 14. bis zum 19. September insbesondere an Experten seltener Sammelgebiete. Ergebnisse im sechsstelligen Bereich erzielten die Gemälde-, Schmuck- und Möbelofferten. Für die bedeutende Sammlung italienischer Buchmalerei interessierten sich sowohl Museen wie auch Private, was viele der Blätter im Wert merklich steigen liess. Auch das vielfältige Angebot an einzelnen Porzellanobjekten von Meissen und weiteren bedeutenden europäischen Manufakturen sorgte für gute Resultate.

Sammlung italienischer Buchmalerei
Hohe Zuschläge für erleuchtende Blätter

Die 70 Lots umfassende Sammlung italienischer Buchmalereien des 13. bis 15. Jh. entpuppte sich als «bedeutendste ihrer Art in privaten Händen» und liess private Sammler wie Museen gesunde 91% davon erwerben. Insbesondere für die Highlights wurde mehrfach über den Schätzungen geboten. So die Bartolomeo Caporali zugeschriebene Initiale «V» mit der Darstellung der Marienkrönung für CHF 43 700 (Lot 168), die 1331-1340 geschaffene Bildinitiale «S» mit der Ausgiessung des Heiligen Geistes von Vanni die Baldolo für CHF 41 300 (Lot 115) und die Bildinitiale «A» mit Christus von Neri da Rimini aus einem aufgelösten Antiphonar von 1305 für CHF 46 100 (Lot 134). Um mehr als das Doppelte überstieg der Zuschlag von CHF 60 500 die Schätzung für die Bildinitiale «M» mit den drei Marien aus dem Gefolge des Meo da Siena aus Perugia um 1320/25 (Lot 113). Und die 1290-95 datierte Initiale «E» aus einem Antiphonar mit thronendem Christus und zwei Aposteln vom Maestro die Carli di Assisi war einem Sammler CHF 34 100 wert (Lot 110).

Gemälde Alter Meister und des 19. Jh.
Spitzenpreis für ein Tsarenbild

Zu den Spitzenlosen der Auktion für Gemälde Alter Meister zählten die zwei Tafeln eines Retabels mit der Darstellung von Christus im Limbus und Himmelfahrt Christi des schwäbischen Malers Thomas Schick d. J. für CHF 384 500 (Lot 3004). Drei doppelseitig bemalte Tafelfragmente eines weiteren Retabels des in Brüssel um 1480 bis 1500 tätigen sog. «Meisters des Blicks auf Sainte Gudule» verkaufte sich mit CHF 72 500 um ein Vielfaches über der Schätzung (Lot 3007). Als weiteres Beispiel begehrter sakraler Kunst lässt sich ein Schutzengel in öl auf Leinwand des Neapolitaners Luca Giordano aus der Zeit zwischen 1690 und 1703 für CHF 58 100 anfügen (Lot 3020). Die Flusslandschaft mit Fährboot und Figuren von Jan Brueghel d. J. erzielte die obere Schätzung bei CHF 72 500 (Lot 3040) und eine winterliche Dorflandschaft von Abel Grimmer ging bei einem Preis von CHF 108 500 in neuen Besitz (Lot 3016). Auch unter den Gemälden des 19. Jh. dürfen erfreuliche Resultate festgehalten werden. Das für den Marienpalast in St. Petersburg im Auftrag von Maximilian II., Herzog von Leuchtenberg entstandene Schlachtengemälde von Adam Albrecht überstieg die obere Schätzung bei einem Verkaufspreis von CHF 204 500 (Lot 3214) und die bergige Flusslandschaft von Barend Cornelis Koekkoek erzielte CHF 126 500 (3203). CHF 72 500 wurde für die «fünf Mädchen im Dirndl auf der Alm» von Carl Spitzweg geboten (Lot 3204), während sich von Ivan Fedorovich Choultsé eine stimmige Szene einer Abenddämmerung in Capri für CHF 336 500 verkaufte (Lot 3209).

Möbel & Skulpturen
Grosse Nachfrage nach Prunk-Objekten

Seltene italienische Arbeiten wie der venezianische Louis-XV-Prunkspiegel mit der Darstellung der Jagdgöttin Diana oder das Paar römischer Louis-XV-Prunkkonsolen «Aux femmes ailées» mit Spiegel (um 1750) verkauften sich für CHF 42 500 bzw. für 35 300 (Lots 1022 und 1032) in die Schweiz. Auch gut dokumentierte Boulle-Objekte waren gefragt. So gingen die beiden Prunk-Postamente, die Alexander Oppenordt um 1690/1700 fertigte und die 2010 die bedeutende Boulle-Ausstellung in Paris ergänzten, für CHF 144 500 in neuen Besitz (Lot 1058). Zu den immer begehrteren Stil-Möbeln zählte das Mitte des 19. Jh. entstandene Paar Prunk-Konsolen mit Boulle-Marketerie im Régence-Stil von Eugène Paul Caillaux, das ein englischer Sammler für CHF 53 300 erwarb (Lot 1294). Unter den klassischen Möbeln liess sich eine Louis-XIV-Prunkkommode à fleurs mit sogenannter «marqueterie au jasmin» für CHF 62 900 sowie das Paar Régence-Prunk-Schränke «à fleurs» für CHF 41 300 vermitteln (Lots 1069/1071). Vom Skulpteur Nicolas Coustou verkaufte sich schliesslich eine 1711 gefertigte grazile Marmorgruppe mit Jungen und Mädchen für CHF 51 500 (Lot 1068).

Schmuck und Juwelen
Erfolgreicher Schmuck der 60er Jahre

Gleich zwei der höchsten Zuschläge verzeichnete Schmuck aus den 60er Jahren. Gehörte der für CHF 138 500 zugeschlagene Brillant-Anhänger mit Kette von Gübelin (Lot 2243) zu den zeitloserenn Objekten, brachte der Schwarzopal-Diamant-Ring mit auffällig gemusterter navettenförmiger Schauseite das avantgardistische Flair jener Zeit stärker zum Ausdruck (Lot 2029 / CHF 40 100). Zwei Rubin-Diamant-Broschen und Ohrclips von Van Cleef & Arples mit Weissgoldfassung gingen für CHF 67 700 (Lot 2076) und der Fancy-Diamant-Ring in Platin und Gelbgold bei CHF 84 500 (Lot 2087).

Porzellan, Fayencen, Glas und Silber
Lebendiger Markt für seltenes Porzellan

Die Porzellanauktion verzeichnete bei einer hohen Verkaufsquote sehr gute Resultate. Viele der erfolgreichen Lose stammten dabei aus einer breit angelegten Sammlung seltener Objekte verschiedener europäischer Manufakturen. So erzielte die auf CHF 1 500 geschätzte Nymphenburger Kaffeekanne mit reichem Dekor CHF 11 875 (Lot 1759) und das mit CHF 600 ausgerufene Meissner Teekännchen mit ombrierten Insekten gar CHF 10 250 (Lot 1711). Des weiteren konnte die feine unbemalte Nymphenburger Gruppe einer Stierhatz mit Panthern von Anton Bustelli für CHF 8 750 (Lot 1797), der frühe Meissener Becher mit Kauffahrteiszene für CHF 6 625 (Lot 1703) und das Meissener Porzellankoppchen mit Unterschale von Johann Friedrich Böttger für CHF 8 750 (Lot 1706) zugeschlagen werden. Ebenso stark war das Interesse für eine Sammlung bemalter Porzellan Plaketten von KPM Berlin. Eine Miniatur mit dem Porträt der Zarenmutter Maria Fjodorowna und ihrem Sohn, dem späteren Zar Nikolaus II. von Russland, brachte es zudem auf CHF 9 375 (Lot 1828). Die umfangreiche Besteckgarnitur für 18 Personen der Pariser Meistermanufaktur Christofle war mit CHF 22 100 das Spitzenlos der Silberauktion (Lot 1844). Hanauer Elfenbein Deckelhumpen mit Faunen- und Grazien-Schnitzereien ging für CHF 11 250 (Lot 1840) und die grosse Jardinière mit Meistermarke Alphonse Debain erzielte CHF 13 700 (Lot 1836).

Zeichnungen und Alte Graphik
Rekordpreis für Ludwig Vogel

Das grosse Aquarell «Die orientalische Pferdejagd» aus dem Umkreis von Abraham-Louis-Rodolphe Ducros (um 1780) konnte mit einer Taxe von CHF 18 500 vermittelt werden (Lot 3441). Mit einem Preis von CHF 11 250 ist das 1820/21 geschaffene Aquarell «Blick von einer Anhöhe auf die Stadt Fribourg» das bisher höchstbewerte Werk von Ludwig Vogel (Lot 3453). Ein weiteres Aquarell «München vom Gasteig» von Rudolf von Alt war einem Sammler CHF 5 500 wert (Lot 3488). Top-Lot der Graphikauktion war eine 21,4 x 15 cm grosse Aquatintaradierung auf Bütten von Francisco de Goya aus der Folge «Los Caprichos» für CHF 7 500 (Lot 3664).

Bücher und Autographen
Orient-Band von David Roberts für CHF 138 500

Eine hervorragende Verkaufsquote verzeichnete die etwa 500 Lots umfassende Bücher-und-Autographen-Auktion. Highlight war hier der einzigartige Orient-Band «Holy Land» des Schotten David Roberts. Die sieben komplett erhaltenen Bände mit Lithographien von Louis Haghe erschienen von 1842 bis 1849 und gingen nun bei CHF 138 500 in neuen Besitz (Lot 500). Von grosser Bedeutung war auch die erste illustrierte Ausgabe des Bandes «De architectura libri decem» mit 136 Textholzschnitten und der berühmten floralen Titelbordüre mit Delphinen von Marcus Vitruvius Pollio aus dem Jahr 1511, die zu einem Preis von CHF 20 900 vermittelt werden konnte (Lot 538). Top-Lot unter den Autographen war die Orientala «Gebete zur Ehrfurcht gegenüber Vater & Mutter» in persischer Handschrift aus dem Jahre 1862, die für CHF 10 625 zugeschlagen werden konnte (Lot 550).

Fotographie Auktion
Historischer Fotoband der Nordpolexpedition

Von der mit vielen Künstlerporträts und Sammelbänden ausgestatteten Fotographie-Auktion liess sich die «Nordpolexpedition von 1925» mit 30 Original-Photographien zur Polarexpedition von Lincoln Ellsworth und Roald Amundsen für CHF 5 375 verkaufen (Lot 816). Ebenso begehrt war das Album «Souvenir de Rio de Janeiro» mit 32, um 1880 aufgenommenen Original-Photographien von Marc Ferre mit einem Zuschlag von CHF 9 375 (Lot 818). Auch der Band « En Grèce - par Monts et par Vaux» von Daniel Baud-Bovy und Fréderic Boissonas mit Aufnahmen aus mehreren Reisen nach Griechenland zwischen 1903 und 1908 waren mit einem Preis von CHF 7 250 erfolgreich (Lot 823). Besondere Beachtung fand auch der Silbergelatine-Abzug einer original-Aufnahme von St. Moritz des Schweizer Fotographen Albert Steiner mit einem Preis von CHF 2 875 (Lot 839).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktionswoche A174: Teppiche, Silber, Schmuck, Möbel, Alte Graphik, Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts, Bücher, Photographie

Quelle: © Koller Auktionen AG

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