Porzellan, polychrome Aufglasurbemalung, goldgehöht und goldradiert
Deutschland, 1868
Königliche Porzellanmanufaktur (KPM), gegründet 1763 in Berlin
Nummeriert und datiert „Nr. I 1868“ am Gewinde des Bodens
Porträt von Friedrich von Hohenzollern signiert „W. Escher“
Amphorenförmiger Korpus auf einem niedrigen quadratischen Sockel
Seitlich montiert zwei vegetabil verzierte Bronze Henkel
Höhe: 82 cm; Breite 56 cm; Maße des Sockels: 25 x 25 cm
Sehr guter Zustand
Provenienz: Wohl als diplomatisches Geschenk von Wilhelm I., König von Preußen an ein Mitglied des europäischen Adels
Schätzpreis des Auctionata Experten: 160.000 Euro
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Losnummer: 7
Zwei ovale Medaillons zieren den königsblauen Fond der Amphorenvase. Die zentralen Motive werden gerahmt von einer goldgehöhten Olivenblattbordüre, Paterae und einem Zahnschnittfries. Die Schauseite zeigt das Porträt Friedrich von Hohenzollern, dem künftigen König von Preußen und Kaiser von Deutschland. Der König ist voll uniformiert. Seine Brust ziert das Abzeichen des Schwarzen Adlerordens und dass des Roten Adlerordens. Rückseitig findet sich ein entsprechendes Motiv des schwarzen Adlers auf weißem Grund, gerahmt von der Halskette des Ordens.
Der Fuß und der Halsbereich der Vase sind abgesetzt mit goldradierten Eichenlaubbordüren. Die Lippe ist umlaufend verziert mit stilisierten Blattmotiven.
Zwei fein ziselierte Bronzegriffe, mit stilisierten Blatt- und Blütenmotiven und Voluten sind unterhalb der Schulter montiert.
Provenienz: Wohl als diplomatisches Geschenk von Wilhelm I., König von Preußen an ein Mitglied des europäischen Adels
Zustand:
Die Vase ist in sehr gutem Zustand. Der Golddekor und die Bemalung sind partiell minimal berieben. Die Höhe misst 82 cm. Die Breite misst 56 cm. Der Sockel misst 25 x 25 cm.
Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin
Die erste Berliner Porzellanmanufaktur wurde 1752 auf Anregung Friedrichs des Großen von Wilhelm Caspar Wegely und J. Benckgraff gegründet, doch bereits 5 Jahre später wurde die Produktion eingestellt, da der König mit dem Porzellan nicht zufrieden war. Durch den Einmarsch der preußischen Armee in Meißen, kamen viele Modelleure und Porzellanmaler nach Berlin, wo 1761 der Kaufmann Johann ernst Gotzkowsky eine neue Manufaktur gründete. Diese wurde schließlich 1763 von Friedrich dem Großen gekauft, welcher ihr den Namen „Königliche Porzellanmanufaktur“ verlieh sowie die kobaltblau Zeptermarke einführte. Während dieser Zeit begann die Fabrik mit der Produktion von vorzüglichem Tafelgeschirr im Rokokostil, das in kräftigen Farben mit Blumen, Vögeln und Szenen nach Watteau, Boucher und holländischen Meistern bemalt wurde. Berühmte Porzellanmaler der Manufaktur waren K. W. Böhme, B. Böhme und K. J. C. Klipfel; Modellmeister waren z.B. Friedrich Elias Meyer und sein Bruder Wilhelm Christian. Typische Berliner Porzellanmuster auf Tafelgeschirr waren der Neuzierrat (seit 1763), Rokokoschnörkelreliefs auf den Rändern, der Reliefzierrat (seit 1765) und der Antikzierrat (ab 1767), pfeifenartige und geriffelte Muster. Nachdem 1798 Theodor Schmuz-Baudiß die künstlerische Leitung übernommen hatte, wurde das Geschirr in Unterglasurmalerei mit Landschafts- und Stadtansichten in zarten Farben geschmückt. Im Jahre 1871 wurde die Manufaktur an ihren heutigen Standort am Tiergarten nahe der Spree verlegt, wodurch die Rohstoffe und Fertigprodukte endlich auch per Schiff transportiert werden konnten. 1886 wurde die Malerei von Porzellanfliesen unter der Leitung von Professor Alexander Kips als neuer Produktionszweig aufgenommen. Nach der Zerstörung der Manufaktur im Zweiten Weltkrieg wurde KPM 1988 vom Land Berlin übernommen; seit 2006 ist sie im Besitz des Berliner Privatbankiers Jörg Woltmann.
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