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Klassische Moderne
Aquarelle und Gemälde von Egon Schiele, Albin Egger-Lienz, Rudolf Wacker, Franz Sedlacek, aber auch feine Exemplare aus den Oeuvres von Umberto Boccioni, Erich Heckel, Otto Mueller, Gabriele Münter und Anton Birkle bestimmen die kommende Herbstauktion der Klassischen Moderne im Kinsky. Expressive Graphik, wie der weibliche Akt von Schiele, das sitzende Mädchen von Heckel oder das seltene Motiv der fünf Akte von Mueller um 1910 stehen den spannungsgeladenen Stillleben von Rudolf Wacker und Franz Sedlacek oder dem von tiefer Wahrheit erfüllten Madonnenbildnis von Egger-Lienz bzw. von Josef Floch gegenüber. Aufmerksamkeit verdient auch ein besonderes Aquarell von Ernst Ludwig Kirchner, das in einer sehr verschlüsselten Ikonographie zwei weibliche Akte mit Katze zeigt. Es entstand in den 1920er Jahren während seiner Jahre in Davos, in denen der Maler sich mit flächigen Kompositionen bei Beibehaltung kräftiger Farben auseinander setzte.
Ein in seiner Qualität herausragendes Gemälde präsentiert einmal mehr Alfons Walde mit dem Bauernsonntag: Ein zu Bild gewordenes Synonym von Kraft, Naturverbundenheit und ländlicher Kultur.
Jugendstil & Design
Der Schmuck der Wiener Werkstätte war und ist legendär, verband er doch in zeitloser Form kostbare und vor allem farbintensive Materialien mit subtil durchdachten architektonisch-konstruktiven bis ornamentalen Formen. Einmal mehr kann das Kinsky eines der besonders gefragten Schmuckstücke aus der Hand Josef Hoffmanns anbieten. Ottor Prutscher war wie Hoffmann Architekt, Designer und sensibler Kunsthandwerker. Von unnachahmlicher Eleganz sind vor allem seine Gläser, die hohen Sammlerwert besitzen. Im Herbst kommt gleich ein ganzes Set an Likörgläsern zum Ausruf.
Eine uralte Kulturtechnik ist das Mosaik, das sich um 1900 im Zuge der Arts & Crafts Bewegung und der Wiener Werkstätte einer neuen Renaissance erfreute. Einer der bedeutendsten Künstler dieser Technik war Leopold Forstner, der 1906 eine eigene Werkstätte in Wien eröffnete und zahllose Mosaiken für Kirchen, wie die Otto Wagner Kirche in Steinhof , für öffentliche Gebäude, wie dem Dianabad in Wien oder auch das Klimt-Fries im Palais Stoclet nach Entwürfen namhafter Künstler aber auch nach eigenen ausführte. Berühmt war seine Technik, Keramik und Glas im Mosaik zu verbinden und damit ganz neue Farb- und Glanzeffekte zu erzielen. In der kommenden Auktion können gleich mehrere Objekte aus dem Nachlass des Künstlers angeboten werden, die zweifellos eine reizvolle Ergänzung zum Gesamtkunstwerk der Kunst der Moderne bilden.
Zeitgenössische Kunst
Das umfangreiche und vielfältige Angebot der Sparte wird auch dieses Mal wieder in zwei Kataloge unterteilt und am Nachmittag bzw. Abend versteigert.
Es freut uns besonders, eine Auswahl aus der Privatsammlung des charismatischen Kulturmanagers und Dieter Ronte anbieten zu können! Bereits als Student hatte der ehemalige Direktor der Museen Moderner Kunst in Wien, Hannover und Bonn mit dem Sammeln begonnen und als prominenter Ausstellungsredner und Autor zahlreicher Publikationen blieb er immer am Puls der Zeit und in steten Kontakt mit Künstlern. Haupt- und Meisterwerk seiner Kollektion bildet ein großformatiges Gemälde von Maria Lassnig aus dem Jahr 1983: „Herbstbild / Herbst“ ist eine vergessene Neuentdeckung und eine wichtige Ergänzung in ihrem bedeutenden Werk. Die Vielseitigkeit des Sammlers und seiner Interessen spiegelt sich weiters in den erworbenen Werken von Christo, Joseph Beuys, Günther Uecker und Markus Lüpertz und von den österreichischen Malern Max Weiler, Oswald Oberhuber oder den Künstlern aus Gugging wider.
Für die Qual der Wahl bietet das Kinsky aber noch ein weiteres Gemälde von Maria Lassnig von 1994 an, eine dreiteilige, malerisch eloquente Sequenz Lassnigscher Formen. Weitere Blickfänge der Auktion bieten zwei Hauptwerke von Max Weiler, ergänzt durch Aquarelle und Entwürfe aus verschiedenen Schaffensperioden. Durchblick durch blaue Gegend aus dem Jahr 1975 oder Blaue Bäume und Purpurhimmel von 1973, offerieren ganz besondere Meisterwerke, die Weilers geniales Farbenverständnis und seine Vision von Landschaft eindrucksvoll dokumentieren.
Die internationale Bedeutung der österreichischen Bildhauerei wird mit Skulpturen von Fritz Wotruba und einer großen Sphinx seines Schülers Josef Pillhofer belegt. Von Jannis Kounellis und Mario Merz, zwei Hauptvertretern der italienischen Arte Povera, werden besonders gefragte Arbeiten aus der Serie des „Alphabets“ bzw. eine großformatige Leinwandarbeit aus den frühen 1980er Jahren angeboten. Der österreichische Hauptvertreter der reduzierten Malerei und ZERO – Mitglied, Hans Bischoffshausen, präsentiert sich mit einer geradezu mystisch-dunklen „Materialschlacht“ und mehreren Papierarbeiten. |