Losnummer: 2036
Provenienz: Privatbesitz Niederlande
Im Leben wie in der Kunst von Walter von Ruckteschell verbinden sich exotische und heimatliche Einflüsse zu einer schillernden Vielfalt. Als Sohn eines Pfarrers 1882 im russischen St. Petersburg geboren und später in Hamburg aufgewachsen, folgte er Anfang des 20. Jhs. dem legendären Ruf der Kunststadt München. Die Ausbildung zum Maler an der Kunstakademie, München bei Prof. Angelo Jank absolvierte er vor dem Hintergrund des allgemeinen Aufbruchs in die Moderne, der sich in jenen Jahren im geistig anregenden Klima unterschiedlichster Künstlervereinigungen vollzog.
"Winterlandschaft bei Majola" lässt den Geist jener "Modernen Bewegung" erkennen, in deren Gefolge sich im ersten Jahrzehnt des 20. Jhs. der Jugendstil gegen die historisierende Ästhetik des 19. Jhs. durchsetzte. Die Landschaft entstand im Jahr 1912 auf einer Reise ins Engadin, die Ruckteschell mit seiner aus der Schweiz stammenden Frau Clary unternahm, und gibt den Blick über die schneebedeckten Hänge und Gipfel über Majola wieder.
Eigentliches Faszinosum ist vielmehr die Malweise selbst mit ihren - von Franz Hodler und Giovanni Segantini inspirierten - geschwungenen Konturlinien und der pastosen Pinselschrift, die dem Bild einen ornamentalen Charakter verleiht.
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