Losnummer: 3022
Provenienz:
- Sammlung Henri Le Coultre, wohl 1926.
- Schweizer Privatbesitz.
Das Werk ist im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft als eigenhändiges Werk von Ferdinand Hodler unter Nr. 161104 0001 registriert und wird in die Online-Version des Werkkatalogs der Gemälde von Ferdinand Hodler aufgenommen.
Eine zweite, ebenfalls um 1880 gemalte und in Privatbesitz befindliche Fassung des hier angebotenen Gemäldes, ist unter WVZ-Nr. 90 im Catalogue Raisonné der Gemälde Hodlers (Bd. I, SIK 2008) aufgenommen. Der dort von Matthias Oeberli verfasste Kommentar hat ebenso für das hier angebotene, wiederentdeckte Gemälde Gültigkeit: "Nach seiner Rückkehr aus Spanien malte Hodler in der Umgebung von Genf einige Landschaftsbilder, in denen er die Eindrücke seiner Reise weiter verarbeitete. So scheint auch in diesem Gemälde die Leuchtkraft der iberischen Sonne nachzuklingen: Die auf weitem Feld vor einer Ansiedlung stehenden Weidebäume werden in ähnlich warmes Licht getaucht, wie dies beispielsweise schon bei Werken wie "Landschaft bei Madrid" (1878, Privatbesitz, WVZ-Kat. 73, ebenso WVZ-Kat. 76) der Fall war. Auch die tiefe Horizontlinie erinnert noch stark an Arbeiten, wie sie Hodler kurz zuvor in Madrid geschaffen hat."
Im Herbst 1878 reiste Hodler über Barcelona nach Madrid, wo er am Tag seiner Ankunft das Museo del Prado besuchte und in den folgenden Wochen mehrere Landschaften malte.
In seinem sieben Jahre später entstandenen Aufsatzfragment fasste Hodler seine Gedanken zur Landschaftsmalerei zusammen. Darin heisst es, die Komposition müsse "dermassen schlagend sein, dass sie ihre Wirkung auf den ersten Blick erzeugt. Das wesentliche Gefühl, der Hauptakzent muss betont werden, sodass keine Zweifel möglich sind". Und weiter: "Wenn der Maler wünscht, dass das Bild berührend und fesselnd wirken soll, wird er keine Figuren verwenden. Figuren oder Anekdotisches fügen nicht nur nichts hinzu, sondern schwächen die packende und direkte emotionale Wirkung." Bereits das hier gezeigte, fünf Jahre früher entstandene Gemälde scheint diesen theoretischen Grundsätzen zu folgen.
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