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Egon Schiele, 1890 Tulln/Niederösterreich - 1918 Wien, Sitzende Dame, circa 1914 

Egon Schiele, 1890 Tulln/Niederösterreich - 1918 Wien, Sitzende Dame, circa 1914 

Bleistift auf Zeichenpapier
48,2 x 32 cm

Unten Rechts mit Sammlungsstempel Heinrich Böhler Nr. 19 (handschriftlich ausgefüllt) sowie von fremder Hand bezeichnet. Bleistiftskizze (Gesicht). Rahmen.

Werkverzeichnis: Das Werk wird in den Nachtrag des Werkverzeichnisses unter der Werknummer D. 1518a aufgenommen.

Echtheitsbestätigung: Jane Kallir hat das Blatt im Original begutachtet und die Echtheit bestätigt. Jane Kallir 2017, Fotozertifikat

Losnummer: 510


Provenienz: Sammlung Böhler / Österreichischer Privatbesitz

Vgl.: WVZ Kallir, 1518 Seated Young Woman with Cap and Necklace, ebenfalls aus der Sammlung Böhler.

"Ich bin Mensch, ich liebe den Tod und liebe das Leben." (Egon Schiele, 1910)
Eros und Tod. Diese Extreme sind es, zwischen denen sich das Werk des 1890 geborenen Ausnahmetalents Egon Schiele aufspannt. Zeit seines Lebens bildet unter diesem Leitthema die ungeschönte und schonungslose Darstellung des menschlichen Körpers als Austragungsstätte radikaler Emotionalität und kompromissloser Erotik einen klaren Fokus seines noch heute vielbeachteten Schaffens. Die Integration des Tragischen und Hässlichen in seine Bildschöpfung widerstrebte damals zwar den ästhetisierenden Bestrebungen des Jugendstils, doch Schieles subtile Farbgebung und Linienführung als Ausdruck einer intensiven analytischen Auseinandersetzung mit seinen dargestellten Motiven brachten ihm bereits zu Lebzeiten die Hochachtung gefeierter Künstlerkollegen wie Gustav Klimt oder Oskar Kokoschka ein. Zwar ist Schieles Malweise deutlich vom Expressionismus geprägt und dient als Exempel der Wiener Moderne, vielmehr jedoch markierte das Ausnahmetalent ob seines Bruchs mit Traditionen und Konventionen seinen ganz eigenen Standpunkt in der Kunstgeschichte.
Auch das vorliegende Blatt "Sitzende Frau" (2014) aus der Sammlung Heinrich Böhler, einem großen Förderer und Sammler Schieles Werks, zeichnet sich vor allem durch beispiellose Sparsamkeit und Klarheit der Linie aus. Das Vermögen, das Erotische der hier dargestellten jungen Frau trotz kompromissloser Reduktion auf das formal Essenzielle nichts an Intensität einbüßen zu lassen, machen den bereits im Alter von 28 Jahren verstorbenen Egon Schiele zweifelsohne zu einem der größten figurativen Maler der Moderne.


Veranstaltungshinweise:

Am 16.07.2020 Auktion 67: Moderne, Post War & Zeitgenössische Kunst


Schätzpreis: 120.000 - 150.000  EURO

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