Losnummer: 6022
Pieter Neefs d. J. und sein Vater Pieter Neefs d. Ä. gelten als zwei der bedeutendsten flämischen Architekturmaler ihrer Zeit. Neefs d. J. erhielt seine erste Ausbildungbei seinem Vater und bei Hendrick van Steenwyck d. J. Nach einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Italien zwischen 1655-1657 kehrte Neefs nach Antwerpen zurück und trat in die Werkstatt seines Vater ein. Die hohe künstlerische Qualität seiner Arbeiten lässt die neuere Forschung zunehmend an der althergebrachten Händescheidung zwischen Vater und Sohn zweifeln. Tatsächlich arbeiteten beide Künstler lange Jahre sehr eng zusammen und gingen auch Kooperationen mit denselben Figurenmalern ein, darunter Künstler wie Frans Francken d. J., David Teniers, Sebastian Vrancx und Hieronymus Janssens. Die damalige Werkstattpraxis lässt sogar die gemeinsame Arbeit beider Künstler an ein und demselben Gemälde denkbar erscheinen. Einziger Anhaltpunkt für eine Händscheidung könnte die meist wärmere Farbwahl und die farblich stärker differenzierten Raumeindrücke des Sohnes gegenüber dem Vater sein. (vgl. u.a. Ursula Härting, AKL Bd. 92, S. 103f). Das vorliegende Gemälde zeigt das sonnendurchflutete Mittelschiff einer spätgotischen Kathedrale, das - wie viele von Neefs Kircheninterieurs - von der Liebfrauenkirche in Antwerpen inspiriert zu sein scheint. Am Hauptaltar, wie auch in der kleinen Kapelle zur Linken werden gerade Messen gelesen. Gut erkennbar sind die beiden Altargemälde, die eine Kreuzigung und eine Anbetung zeigen. - Mit einer schriftlichen Expertise von Dr. Walther Bernt, München vom 2. Dezember 1971.
Provenienz: Privatsammlung, Trier.
Lempertz, Köln, Auktion 786 am 20. Mai 2000, Los 709.
Privatsammlung Niedersachsen.
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
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