Losnummer: 5000
Jacob Cornelisz. van Oostsanen war ein vielseitiger Künstler und Holzschnittmeister, der zu den großen niederländischen Meistern der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zählt. Wenngleich er heute weitgehend unbekannt ist, erwähnte Karel van Mander ihn bereits lobend in seinem Schilder-boeck von 1604. Cornelisz. van Oostsanen erfüllt gewissermaßen eine Art "Scharnierfunktion" zwischen der mittelalterlichen Spätgotik und der frühen Renaissance der Niederlanden. Seine frühesten Gemälde stehen sowohl in der Ikonographie als auch in der Maltechnik noch eindeutig in der spätgotischen Tradition, doch im zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts entwickelte er eine persönlichere Bildsprache. Geboren in dem Dorf Oostzaan in Waterland, zwischen Amsterdam und Zaandam, ließ er sich in Amsterdam nieder. Das genaue Jahr seiner Geburt ist nicht bekannt, auch wissen wir nur wenig darüber, wo Jacob Cornelisz. seine Ausbildung erhielt. Es ist jedoch aufgrund stilistischer Ähnlichkeiten anzunehmen, dass er von der Haarlemer Malerei geprägt wurde. Möglich ist auch, dass er innerhalb der Familie ausgebildet wurde, er muss später eine florierende Werkstatt betrieben haben. Mit Sicherheit wissen wir aber, dass die Holzschnitte der Runden Passion (1511-1514), zu der auch vorliegende Darstellung zählt, von der gleichnamigen Serie Lucas van Leyden von 1509 und natürlich von der Holzschnitt-Passion von Albrecht Dürer von um 1510 unmittelbar beeinflusst wurde.
Frühdruck noch mit der Jahreszahl. Ausgezeichneter Druck mit teils feinem Rändchen um die runde Einfassung, vereinzelt bis auf diese geschnitten. Minimal angestaubt, oben leichte geglättete diagonale Knickspur, rechts zarte Quetschspur, vereinzelt sehr unauffällige Ausbesserungen, dort mit sehr dezenten und äußerst unmerklich gesetzten Federretuschen, sowie einige Federergänzungen in der Einfassung, sonst sehr gut.
Ausstellung: Ausst. Een Rijke Traditie - Twee Eeuwen Nederlandse Prentkunst uit Privébezit, Amsterdam 2015.
Literatur: Ausst. Kat. Amsterdam 2015, Een Rijke Traditie - Twee Eeuwen Nederlandse Prentkunst uit Privébezit, hrsg. vom Museum Het Rembrandthuis, S. 16, Nr. 4b mit Abb.
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