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Karl Friedrich Schinkel, Ädikula-Rahmen und Seidentableau, um 1840

Karl Friedrich Schinkel, Ädikula-Rahmen und Seidentableau, um 1840

und Jacob Abraham Meyer Seiden-Manufactur.
Ädikula-Rahmen und Seidentableau des Testaments von Friedrich Wilhelm III.
Rahmen: Holz mit vegetabiler Masseornamentik, vergoldet, mit beidseitiger orig. Verglasung. 105,5 x 93 cm. Um 1840. Darin: Tableau aus gewebter Seide nach einem Entwurf von August von Kloeber, unten mittig bez. "Seiden=Manuf: v. Jac: Abr: Meyer & Co in Berlin u. Brandenburg. / gef: in Brdbg.", unten rechts bez. und datiert "v. Kloeber. del: 1840".

Losnummer: 6047


Das Testament des am 7. Juni 1840 verstorbenen Friedrich Wilhelm III. wurde nebst einem Brief an seinen Sohn und Thronerben wenige Tage nach seinem Tod veröffentlicht und in ganz Preußen verbreitet. In diesem Zusammenhang erging auf Wunsch Friedrich Wilhelms IV. der Auftrag an die in Berlin und Brandenburg tätige Seidenmanufaktur von Jacob Abraham Meyer & Co, das Testament als gewebtes Seidenstück auszuführen - ein Zeugnis der kurzzeitigen Blüte dieses Gewerbezweiges in Preußen während der Jahrzehnte nach 1825 bis zur Reichsgründung. Die schließlich 1842 im Rahmen der Akademieausstellung präsentierte Seidenweberei entstand nach einem gezeichneten Entwurf von August von Kloeber, der seit 1834 als Professor an der Akademie tätig war. Des Königs letzter Wille und der Brief an seinen Sohn sind in der Darstellung in ein klassizistisches Monument eingefasst, oben geziert vom Profilbildnis des verstorbenen Monarchen unter den Schwingen des preußischen Adlers. Flankiert wird das Textfeld von den Personifikationen der Weisheit, Kraft, Gerechtigkeit und Mäßigung.

Das Seidentableau wurde alsdann in einen Ädikula-Rahmen gefasst, den Johannes Sievers Karl Friedrich Schinkel zuschrieb. Ein Entwurf Schinkels ist naheliegend, zumal er August von Kloeber sehr nahestand und dessen Berufung nach Berlin intensiv betrieben hatte. Mit der Gestaltungsfrage von Rahmen hatte sich Schinkel überdies wie kaum ein anderer deutscher Architekt der Zeit beschäftigt. Die Auseinandersetzung erlebte ab 1818 ihren Höhepunkt, als dem Künstler mit dem Bau des Königlichen Museums am Lustgarten (heute Altes Museum) auch die Aufgabe zufiel, Rahmen für die rund 600 ausgestellten Gemälde zu entwerfen (vgl. hierzu Bettina von Roenne: Ein Architekt rahmt Bilder: Karl Friedrich Schinkel und die Berliner Gemäldegalerie, Berlin/München 2007). Während Schinkel für den Großteil der Bilder Rahmungen nach einer Art „Baukastensystem“ entwickelte, gestaltete er für die Hauptwerke der Sammlung individuelle Stücke, darunter klassizistische Tabernakel- bzw. Ädikularahmen, die formal mit unserem vergleichbar sind. Doch war Schinkel auch über dieses Großprojekt hinaus immer wieder mit dem Entwerfen von Bilderrahmungen beschäftigt.

Unser "Seidentestament" ist eines von wahrscheinlich nur drei Exemplaren, die von diesem bedeutsamen Zeugnis preußischer Hofkunst hergestellt wurden. Es kann dank einer lückenlosen Provenienz direkt auf den Erzeuger Jacob Abraham Meyer zurückgeführt werden und gelangt nun erstmalig auf den Markt. Das zweite Stück ging in die königliche Sammlung ein und befindet sich heute im Berliner Kunstgewerbemuseum, während das Dritte, womöglich ebenfalls aus dem Besitz der Seidenfabrikantenfamilie, heute Teil einer Privatsammlung ist (zu diesen beiden Exemplaren vgl. Sabine Spindler: "Schinkel-Rahmen. Entwürfe, Versionen und Varianten des Berliner Architekten", in: Weltkunst, Jg. 70 (2000), H. 7, S. 1268 mit Abb.).

Provenienz: 1842-1942: Jacob Abraham Meyer (1779-1854), dessen Sohn Siegmund Jacob Meyer (1846-1928) und dessen Tochter Clara Luise Meyer (1870-1942).
Von Letzterer testamentarisch vermacht an ihre langjährige Freundin Helene Lutt (1888-1971), das Testament in Kopie vorhanden.
Seither in Familienbesitz, Berlin.

Ausstellung: 1842 Berlin, XXXIII. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste, Nr. 1398 (wohl unser Exemplar).
1981 Berlin, Karl Friedrich Schinkel. Architektur, Malerei, Kunstgewerbe, Orangerie des Schlosses Charlottenburg.

Literatur: Helmut Börsch-Supan, Lucius Grisebach: Karl Friedrich Schinkel. Architektur, Malerei, Kunstgewerbe, Ausst. Kat. Orangerie des Schlosses Charlottenburg, Berlin 1981, Nr. 287 mit Abb.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


Veranstaltungshinweise:

Am 30.05.2024 123. Auktion: Gemälde Alter und Neuerer Meister, Rahmen


Schätzpreis: 50.000,-  EURO

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