Losnummer: 1059
Dieser bemerkenswerte Kopf eines alten Mannes mit Turban ist eine interessante Ergänzung zum Werk Giandomenico Tiepolos, einem führenden Künstler des Rokoko, der wie sein Vater die Pracht Venedigs und seiner Gesellschaft im 18. Jahrhundert verkörperte.
Die vorliegende Studie lässt sich mit einer Gruppe fantasievoller Porträts ähnlichen Formats in Verbindung bringen, die von Giandomenico Tiepolo und seinem Vater Giambattista gemalt wurden und orientalisch gekleidete Philosophen sowie exotische Figuren darstellen. In den 1750er Jahren malte Gianbattista Tiepolo eine Reihe von Bildnissen, die als „Philosophenporträts” bezeichnet wurden. Ihre Entstehungsgeschichte ist ungeklärt, aber es scheint möglich, dass Giambattista einen speziellen Auftrag erhalten hat. Giovanni Domenico fertigte Radierungen nach den Originalen an, malte Leinwände nach den Radierungen und schuf eigenständige Werke zum gleichen Thema.
Die Zuschreibung an Giandomenico wurde von Mauro Lucco bestätigt, der insbesondere das vorliegende Porträt mit einem der Köpfe vergleicht, das sich heute in der Pinacoteca Malaspina in Pavia befindet und aus den frühen 1750er Jahren stammt. Die dunkle Farbpalette und die freien Pinselstriche – etwa die Zickzacklinien zwischen Bart und Fell auf der rechten Seite – sind in der Tat sehr charakteristisch für Domenicos Werk
Wir danken Professor Mauro Lucco für die Bestätigung der Zuschreibung auf der Grundlage von Fotografien.
Provenienz
Deutsche Privatsammlung.

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