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Auguste Herbin, Viaduc de Saint-Benin, 1909

Auguste Herbin, Viaduc de Saint-Benin, 1909

Öl auf Leinwand. 92,2 x 73,3 cm. Gerahmt. Unten links schwarz signiert 'herbin'. - In farbfrischer Erhaltung. Mit Heftzweckspuren in den Bildecken und zwei winzigen Farbausbrüchen.

Losnummer: 9


Auguste Herbin hielt sich in den ersten Jahrzehnten seines Schaffens an verschiedenen Orten in Nord- und Südfrankreich auf und schuf dörfliche Szenen, Landschaften und Stillleben. Die häufigen Ortswechsel boten ihm immer wieder andersartige motivische Anreize, die seine Sehgewohnheiten herausforderten und ihm neue Möglichkeiten der Gestaltung aufzeigten. Mit den Ortswechseln, die ihn 1909 auch nach Hamburg zu Alfred Lichtwark führten, ging meist auch ein prägnanter Stilwandel einher (Auguste Herbin, Ausst. Kat. Lenbachhaus München 2025, S. 9).

1909 hielt Herbin sich den Sommer über in Le Cateau-Cambrésis im Département Haute-de-France auf, wo er die Hauptsehenswürdigkeit der Gegend, das eindrucksvolle Eisenbahnviadukt Saint-Benin, als Motiv für das vorliegende Gemälde wählte. Das Viadukt, der Wasserfall und die Vegetation wurden mit parallel gesetzten Pinselzügen aufgebaut - eine Technik, die noch in der spätimpressionistischen Tradition steht. Doch diese Stilphase befand sich 1909 schon im Übergang, denn während die Motive rechts, das Viadukt, der Wehr und der Wasserfall, noch erkennbar sind, entwickeln die Farben links ein abstrahiertes und in Richtung des Kubismus tendierendes Eigenleben. Dieser teils gegenständliche, teils abstrahierende Bildaufbau ist charakteristisch für Herbins Werke aus den Jahren 1908 und 1909. Die spannungsreiche Komposition und die gewählte Farbpalette aus warmen Brauntönen mit Grün und Gelb machen den Reiz des Werks aus.

Werkverzeichnis
Claisse 183

Provenienz
Sammlung Galerie L'Effort Moderne, Léonce Rosenberg, Paris, Nr. 403 (mit rückwärtigem Etikett); Sammlung Frederick Clay Bartlett, Chicago; Galerie Beyeler, Basel, Nr. 4024 (mit rückwärtigem Etikett); Lempertz Köln, Auktion 763, 21.11.1998, Lot 654; Privatbesitz Berlin

Literaturhinweise
Anatole Jakovski, August Herbin, Éditions Abstraction-Création, Paris 1933, S. 17; René Massat, Auguste Herbin, Collection Prisme, Paris 1953, S. 14


Veranstaltungshinweise:

Am 04.12.2025 Auktion 1278: 50 Lots – My Choice – Jubiläumsauktion Henrik Hanstein


Schätzpreis: 110.000 - 150.000  EURO

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