 |
 |
Vor fünfzig Jahren übernahm Henrik Hanstein in fünfter Generation die Leitung des traditionsreichen Kölner Auktionshauses Lempertz, das älteste Auktionshaus der Welt in Familienbesitz. Dieses außergewöhnliche Jubiläum würdigt Lempertz am 4. Dezember 2025 um 18 Uhr mit der kuratierten Sonderauktion: „50 Lots – My Choice“.
Mit dieser Auswahl aus fünf Jahrzehnten Kunsthandel blickt der Auktionator nicht nur auf seine eigene Laufbahn und die Entwicklung des Hauses zurück, sondern vereint Meisterwerke verschiedenster Epochen in einem Katalog – von der Antike über die Alten Meister bis hin zur Klassischen Moderne und Zeitgenössischen Kunst.
Den Glanz höchster Juwelierkunst bringen ausgewählte Schmuckstücke in die Auktion, allen voran ein Ring mit einem natürlichen Kashmir-Saphir von 11,51 ct im antiken Kissenschliff (Schätzpreis € 800.000 - 1.000.000). Die Seltenheit dieser Edelsteine, die im Himalaya ab 1880 nur sieben Jahre lang gewonnen werden konnten, zusammen mit ihrer intensiven Farbigkeit macht Kashmir-Saphire auf dem Weltmarkt so begehrt. Die maßgebenden Prüfinstitute stellen die Qualität des Exemplars, das in dieser Auktion angeboten wird, fest: Ein Gemmological Report des Gübelin Gem Lab vom 23. März 2022 bestätigt sie ebenso wie der Gemstone Report Nr. 121197 des SSEF (Swiss Gemmological Institute) vom 10. März 2022. Der mit diesem herausragenden Stein besetzte Ring geht mit einer Schätzung von 800.000 bis 1.000.000 Euro in die Jubiläums-Auktion. Begleitet wird das Stück von einem Ring mit Diamantsolitär von 16,27 ct (Schätzpreis € 200.000 - 300.000) sowie einem Anhänger mit kolumbianischem Smaragd von ca. 22,60 ct (Schätzpreis € 300.000 - 400.000).
Henrik Hanstein prägte Lempertz über Jahrzehnte als führendes Auktionshaus für die Moderne und Zeitgenössische Kunst. In der Jubiläumsauktion dokumentieren herausragende Werke diesen Schwerpunkt. Ein Höhepunkt ist Alfred Sisleys lichtdurchflutetes Gemälde „Le Chantier de Matrat, Moret-sur-Loing“ von 1888, das mit einem Schätzpreis von € 300.000 - 400.000 aufgerufen wird.
Mit Josef Albers’ „Study to homage to the square: Victorian“ aus dem Jahr 1955 findet sich ein ikonisches Beispiel jener Serie, die zu den Schlüsselwerken der modernen Farbfeldmalerei zählt. Lempertz erzielte mit Werken von Josef Albers immer wieder herausragende Preise.
Gleiches gilt auch für Günther Uecker, der in der Auktion mit seinem ebenso charakteristischen wie originellen Werk „Sturz“ von 1988 ein Beispiel für die jüngere Zeitgenössische Kunst gibt. Seine typische Nagel-Technik kombiniert Uecker hierin mit schwarzem Lack auf dem Bildträger. Seinerzeit direkt vom Künstler erworben, kommt es nun aus einer norddeutschen Privatsammlung mit dem Schätzwert von 200.000 bis 300.000 Euro in die Auktion.
Auf dem Gebiet der Alten Meister ist Lempertz seit Jahrzehnten deutscher Marktführer. Spektakulär ist in der Jubiläumsauktion das Gemälde „Lasset die Kinder zu mir kommen“, ein Hauptwerk des Caravaggisten Theodor van Loon. Im Jahre 2019 war dieses Werk in der Ausstellung „Théodore van Loon. Un caravagesque entre Rome et Bruxelles“ im Palais des Beaux Arts, Brüssel und im Musée national d'histoire et d'art, Luxemburg, zu sehen. Van Loon lebte und arbeitete zeitgleich mit Caravaggio in Rom. Der kompositorische Einfluss des Meisters ist im beeindruckenden Gemälde „Lasset die Kinder zu mir kommen“ unverkennbar. Eine Werkstattkopie dieses Gemäldes befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München, das Hauptwerk in der Kölner Auktion wird mit dem Schätzpreis von 300.000 bis 350.000 Euro versteigert.
Von einem anderen flämischen Meister ist ein kleines, exquisites Gemälde in der Auktion. Cornelis de Heem wartet in der Komposition „Früchtestillleben mit Weinglas“ mit dem auf, was ein Stillleben zu jener Zeit kostbar macht: Die geschälte Zitrone spielt im Licht, drapiert auf einem samtigen Stoff vor dem Hintergrund von detailreich gemalten weiteren Früchten. Solche Malerei hatte er von seinem Vater Jan Davidsz. de Heem gelernt und in seinen Werken mit höchster Kunst verarbeitet. Die Tafel von 33,3 mal 25,1 Zentimetern wird mit dem Schätzwert von 200.000 bis 250.000 Euro aufgerufen.
Diese und weitere bedeutende Werke der Malerei vom Barock bis in unsere Zeit werden in „50 Lots – My Choice“ kombiniert mit außergewöhnlichen Beispielen weiterer Epochen und künstlerischer Techniken: Auf beeindruckenden 420 mal 580 Zentimetern erzählt eine Tapisserie aus dem 16. Jahrhundert die alttestamentarische Geschichte von Tobit. Der Entwurf wird Bernard van Orley zugeschrieben, Schätzpreis 90.000 bis 100.000 Euro.
Das früheste Objekt der Jubiläumsauktion ist ein spektakuläres Marmorrelief, ein Giebelfragment eines römischen Tempels. Entstanden um das Jahr 200 n.Chr. ist diese Darstellung zweier geflügelter Niken auf Streitwagen das älteste der 50 Lots.
Seit 1975 steht Henrik Hanstein an der Spitze von Lempertz und hat das Haus zu einer der ersten Adressen des internationalen Kunstmarktes geführt. Mit wissenschaftlicher Kompetenz, feinem Gespür für Qualität und einem weitreichenden Netzwerk gelang es ihm, Lempertz als bedeutende Plattform für Alte Meister, Moderne Kunst und zeitgenössische Positionen gleichermaßen zu etablieren.
Mit der Jubiläumsauktion „50 Lots – My Choice“ lädt er nun zu einem persönlichen Rückblick ein – und zugleich zu einem Ausblick auf die Zukunft eines Hauses, das seit sechs Generationen dem Schönen und Wertvollen verpflichtet ist. |