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Sehr seltener und bedeutender Geyao-Teller, China, Südliche Song-/Yuan-Zeit (1126-1368)

Sehr seltener und bedeutender Geyao-Teller, China, Südliche Song-/Yuan-Zeit (1126-1368)

Von Blütenform mit nach außen gewölbter Fahne und flachem Spiegel, bedeckt mit einer öligen, grünlich-grauen Glasur, die von einem in Schwarz und Gelb eingefärbtem Craquelé durchzogen ist. Am Boden sechs erhabene Brandstützenspuren, die den dunkelbrauen Steinzeugscherben sichtbar machen. Um den Rand eine Metallmontierung. Reparierter Ausbruch.
D 14,4 cm

Losnummer: 130


Der südchinesische Ge-Ofen produzierte in der Südlichen Song- und Yuan-Zeit eine exquisite Keramikgattung, die von Kennern seit jeher hochgeschätzt wird. Neben den Ru-, Guan-, Ding- und Jun-Öfen zählt der Ge-Ofen daher zu den "Fünf Großen Öfen" (Wu daming yao). Ein Großteil der Ge-Waren wurde stets in der Palastsammlung aufbewahrt, unter Kaiser Qianlong war beispielsweise die "Halle des Verdienstes und Fleißes" (Maoqin dian) mit Ge-Ware dekoriert, wo dieser zu studieren pflegte und sich mit seinen Lieblingskunstobjekten befasste. Einige Ge-Waren gelangten zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Pekinger Kunstmarkt und von dort aus in westliche Sammlungen. Der vorliegende Teller in Form einer Hibiskusblüte ist aus dunkelbrauner, purpurstichiger Tonerde getöpfert und mit einer opaken grünlich-grauen Glasur überzogen, deren zweifarbig eingefärbtes Craquelé als "Eisendraht und Goldfaden" bezeichnet wird. Auf einem Gestell statt auf einem Fußring im Ofen gefeuert, befinden sich am Boden sechs erhabene Spuren von Brandstützen, die als typisches Merkmal der Ge-Ware gelten. Nahezu identische Stücke befinden sich in der Sammlung des Palastmuseums in Peking.

Provenienz

Ehemals Sammlung Ernst Arthur Voretzsch (1868-1965), seither in Familienbesitz

Ernst A. Voretzsch war ab 1899 als Diplomat im Auswärtigen Dienst des Deutschen Reichs tätig. In China fungierte er zeitweise als Konsul in Hongkong, Shanghai und Hankow, von 1928 bis 1933 bekleidete er das Amt des deutschen Botschafters in Tokio. Nach seiner Pensionierung gründete er in Bamberg das Museum für Asiatische Kunst, das er bis 1959 leitete.

Literaturhinweise

Für einen fast identischen Teller aus der Sammlung des Palastmuseums in Peking siehe: The Complete Collection of Treasures of the Palace Museum. Porcelain of the Song Dynasty (II). Hong Kong 1996, S. 100; ein weiterer ist abgebildet in: Gugong bowuyuan bian Beijing, Selection of Ge Ware: The Palace Museum Collection and Archaeological Discoveries. Peking 2017, S. 128-129


Veranstaltungshinweise:

Am 12.12.2025 Auktion 1281: Asiatische Kunst


Schätzpreis: 80.000 - 100.000  EURO

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