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|  | Rakan, Edo-Zeit |  | Nadelholz, farbig gefasst. H 51,5 cm
Im Meditationssitz mit sichtbarem linken Fuß, gekleidet in Mönchsroben, die den ausgemergelten Brustkorb frei lassen, das kesa unterhalb der linken Schulter mit einer Agraffe zusammengerafft, das Gesicht mit "indischen" Zügen, buschigen, langen Augenbrauen und Knollennase. Die weiße Grundierung (gofun) ist einheitlich überzogen mit einer weinroten Farbschicht (überwiegend abgeblättert). Augen aus hintermaltem Glas. Hände fehlen. |  | |
| Losnummer: 238
Rakan (sanskr.: arhat) sind Schüler des Buddha, die die Erleuchtung erlangt haben. Sie werden mit „indischen“ oder chinesischen aber immer mit individuellen Gesichtszügen, die auf ihren asketischen Lebensstil verweisen, dargestellt. Als Vorbilder für Zen-Mönche werden sie als Skulpturen in Gruppen von 16 oder 18 aber auch 500 gefertigt und in zen-buddhistischen Tempeln im Obergeschoss des Haupteingangstores oder in eigenen Hallen aufgestellt.
Da die Hände bei der vorliegenden Figur fehlen, ist die Gestalt aufgrund von Attributen, die sie gehalten hat, nicht zu identifizieren. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der vorliegenden Statue um den rakan Binzuru (sanskr. Pindola), der in Japan als Gottheit, die körperliche Leiden und Gebrechen heilt, verehrt wurde und somit eine Sonderstellung unter den rakan einnimmt. Seine Statuen werden in den Vorhallen von Tempeln auf einem großen Stuhl aufgestellt, so dass die Gläubigen um sie herum gehen können und diejenigen Stellen der Skulptur berühren können, die an ihrem eigenen Körper erkrankt sind. Vor allem bei Kopf- und Schulterschmerzen berührte man die entsprechende Stelle und demzufolge sind die Figuren vor allem im Gesicht blank und abgerieben.
Die vorliege Statue war wohl ursprünglich ganz mit einer matten roten Farbe über einer weißen Grundierung gefasst und die Gewänder weisen keinerlei Gewandmuster oder sonstige Details auf. Die Augen aus hintermaltem Glas (gyokugan) und der geöffnete Mund tragen zur Steigerung des Ausdrucks bei. Die Skulptur steht in der Tradition des von Unkei begründeten realistischen Stils der Kamakura-Zeit.
Provenienz
Privatsammlung, Rheinland, erworben bei Kyoto Gallery, Brüssel, 23.9.2023 (Rechnung liegt vor)
Literaturhinweise
Vgl. eine sehr ähnliche Skulptur mit erhaltenen Attributen in der Sammlung des Musée Guimet, Paris, Inventarnr. MG 2986 publiziert in: Bernard Frank. Le panthéon bouddique au Japon-Collections d'Emile Guimet. Paris 1991, S. 304

|  |  |  Veranstaltungshinweise: Am 12.12.2025 Auktion 1281: Asiatische Kunst |  | | Schätzpreis: 9.000 - 12.000 EURO
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