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Sagenhafte und historische Wunder Asiens

Sehr seltener und bedeutender Geyao-Teller, China, Südliche Song-/Yuan-Zeit

Prachtvolle Terrakottafiguren der Auktion Asiatischer Kunst bei Lempertz geben einen lebendigen Eindruck von der Seidenstraße im frühen Mittelalter. Die Skulpturen versetzen den Betrachter in die sagenumwobene Vergangenheit Japans.

Die Globalisierung zog schon im frühen Mittelalter ihre Spuren, eindrucksvoll belegt durch die berühmte Seidenstraße. Zur Tang-Zeit (618 bis 907 n.Chr.) waren Kamele das Rückgrat dieses frühen Fernhandels. Wie die Reisen auf der Seidenstraße ausgesehen haben, lässt sich auch heute noch an Terracotta-Figuren jener Zeit erkennen. Mehrere dieser kostbaren Figuren kommen aus einer bedeutenden Kölner Privatsammlung am 12. Dezember bei Lempertz zur Auktion – manche mit Reiter, andere ohne, aber alle mit einem unmittelbaren Blick in eine Zeit vor über tausend Jahren (Taxen zwischen 18.000 und 90.000 Euro).

An der Spitze dieser Sammlung steht indessen ein kaiserlicher Torwächter aus der nördlichen Qi-Zeit (550 – 577 n. Chr.). Anhand seiner Handhaltung und des Faltenwurfs seines Gewandes lässt sich erkennen, dass er sich einst auf ein Schwert gestützt haben dürfte. Terracotta-Figuren dieser Art wurden einst hochrangigen Personen als Wächter mit ins Grab gegeben.

Aus der etwas späteren Südlichen Song-/Yuan-Zeit (1126 – 1368 n.Chr.) und aus einer weiteren Sammlung stammt ein seltener Geyao-Teller mit dem für die Ge-Ware berühmten Craquelé. Der Großteil dieser aus den südchinesischen Ge-Öfen stammenden Stücke bleib in den Palastsammlungen. Erst mit dem 20. Jahrhundert gelangten einige solcher raren Objekte in den Kunsthandel und nach Europa, wie dieses aus der Sammlung Ernst Arthur Voretzsch, der ab 1899 als Diplomat im Dienst und zeitweise Konsul in Hongkong war. Der Teller kommt aus dem Besitz seiner Familie in die Auktion und ist auf 80.000 bis 100.000 Euro taxiert.

Aus derselben Sammlung sind zudem zahlreiche feine Malereien in der Auktion zu Schätzpreisen ab 1.000 Euro bis zu 15.000 Euro für eine Querrolle mit vier Landschaftsdarstellungen von Zhang Qia (1718 – 1799) oder die Darstellung eines Unsterblichen inmitten von vier jungen Frauen nach Zhou Fang (8. Jh. – 9. Jh.), die spätestens im 17. Jahrhundert entstanden ist.

Die Kunst Japans ist mit zahlreichen Blättern von Katsushika Hokusai vertreten, darunter der „Große Baum“, Schätzpreis 9000 bis 12.000 Euro. Zudem ist eine exquisite Auswahl an Holzschnitten von Utagawa Hiroshige (1797 – 1858) angeboten, Schätzpreise zwischen 800 und 2500 Euro.

Beeindruckend sind drei farbig gefasste Holzskulpturen der Edo-Zeit. Voller Energie ist dabei ein Aizen Myōō, eine spannungsgeladene Gottheit, die für die im Buddhismus eigentlich verpönte, in der Shingon–Doktrin aber als eine der erlösenden Erkenntnis förderliche Kraft gelesen wird. Diese 89,5 Zentimeter hohe Skulptur wird mit einem Schätzpreis von 12.000 bis 15.000 Euro angeboten. Deutlich ruhiger, aber mit ebenso intensiv bohrendem Blick schaut ein Rakan, also ein erleuchteter Schüler Buddhas, den Betrachter an. Hier dürfte es sich speziell um den rakan Binzuru handeln, der in Japan als Gottheit verehrt wird und dem Kräfte im Kampf gegen Krankheit und Leiden zugesprochen werden, Schätzpreis 9.000 bis 12.000 Euro. Schließlich wird ein En no Gyōja bei gleicher Intensität noch ruhiger in der Anmutung. Diese sagenumwobene Gestalt des 7. Jahrhunderts soll durch Askese magische Kräfte erlangt haben. Die Skulptur, die ihn in seiner ikonisch gewordenen Darstellung auf einem Felsen sitzend zeigt, wird mit der Taxe von 9.000 bis 12.000 Euro angeboten.

Die beliebten Netsuke sind in einer Auswahl aus der Sammlung Frank Lapisch (1934 – 2002) in der Auktion, der ein Leben zwischen Deutschland und Japan führte. Aus seiner Biographie und der daraus erwachsenen Kenntnis heraus konnte er eine herausragende Kollektion zusammenstellen. Dabei ging es ihm besonders um Netsuke, die auch tatsächlich als solche im Gebrauch waren. Besonders kostbar sind unter ihnen zwei lachende Sennin (Schätzpreis 5.000 bis 7.000 Euro, bzw. 6.000 bis 8.000 Euro) sowie eine geheimnisvolle mythologische Figur auf einer Drachenschildkröte (Schätzpreis 6.000 bis 8.000 Euro). Insgesamt 59 Netsuke aus dieser Sammlung sind nur ein Teil des gesamten Angebotes der Auktion.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1281: Asiatische Kunst

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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