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Die Frühjahrs-Auktion am 25. März 2026 startete mit hervorragenden Ergebnissen beim Kunsthandwerk in einem über weite Strecken gut besetzten Saal. Fulminant waren die Steigerungsraten aber auch in den anderen Sparten. Im Bereich der Moderne stießen Werke aus dem Nachlass des Bildhauers Anton Hiller auf großes Interesse – ein krönender Abschluss der langen Auktion, an der Bieter aus insgesamt 28 Ländern teilgenommen haben.
Kunsthandwerk
Im Kunsthandwerk stark nachgefragt waren anmutige gotische Skulpturen und kostbare historische Möbelstücke. Eine rheinische, um 1420/30 meisterhaft gefertigte Maria mit Kind (LOT 47) wechselte für € 39.000 den Besitzer. Eine Heilige (Thüringen, um 1500) übertraf die Taxe mit einem Ergebnis von € 9.100 signifikant und ging an einem Käufer in Sachsen. € 28.600 waren einem Bieter aus Tschechien eine Prunk-Reliefplatte wert (wohl Frankreich, Ende 17. Jh./Ende 19. Jh.; LOT 61). Ein Pariser Damensekretär (Bureau de pente, um 1765, LOT 68), gestempelt von Joseph Schmitz (Meister 1761) ging für € 22.100 an einen Händler in Bayern. Ein privater Käufer aus der Schweiz erhielt für € 11.700 den Zuschlag für ein Paar Fauteuils (Bergères), Paris, um 1755/60 (LOT 79).
Im weiteren Bereich des Kunsthandwerks gab es insbesondere für zwei Lose Bietergefechte von Telefon- und Online-Bietern, so unter anderem aus den USA, England, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland, was zu vielfach erhöhten Zuschlägen führte. Einer der beiden Überflieger waren zwei Art Déco Armlehnsessel von Otto Leonard Wretling, die um 1930 in Schweden entstanden (LOT 34). Sie übertrafen den Schätzpreis (€ 5.000 bis € 7.000) mit einem Ergebnis von € 36.400 um ein Vielfaches. Für Aufsehen sorgte auch der zweite Überflieger: die Chryselephantinefigur "Shimmer' (Tänzerin), die nach einem Entwurf von Demétre Chiparus wohl in Paris vor 1947 gefertigt wurde (LOT 21, Schätzpreis € 3.000 bis € 4.000, Ergebnis € 23.400). Insbesondere bei französischen und deutschen Bietern waren dann die drei exklusiven, von der französischen Modedesignerin Dominique Aurientis, entworfenen Porzellanservice „La Siesta“ der Pariser Luxusmanufaktur Hermès (LOT 7-9) umworben. Ein 63-teiliges Speiseservice "La Siesta" für 12 Personen, 63 Teile (LOT 7) erzielte zum Beispiel ein Ergebnis von € 15.600, bei einem Schätzpreis von € 2.700 bis € 3.000.
Großes Interesse fanden auch die kostbaren Ostereier der Königlichen Porzellan Manufaktur (KPM) Berlin aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (LOTS 38-46), unter anderem mit Vedutenmalereien. Die 25 Eier von bedeutender Provenienz, angeboten in neun Konvoluten, erzielten insgesamt € 27.560 und damit etwa den doppelten Schätzpreis. Sichern konnten sich die raren, royalen Kostbarkeiten ein deutsches Schlossmuseum und Privatsammler.
Gemälde des 15. bis 20. Jahrhunderts
Im Bereich Gemälde 15. bis 20. Jahrhundert erzielte Carl Spitzwegs „Frühstückslektüre“ (LOT 241) das höchste Ergebnis. Das aus einer süddeutschen Privatsammlung stammende Werk ging für € 71.500 an einen Privatsammler in der Schweiz. Ein Student und eine junge Münchnerin in vertrautem Gespräch zeigt das Werk „Im Gastgarten“ von Wilhelm (Georg W.) Wanderer (LOT 242). Die auf € 4.000 – 5.000 geschätzte Arbeit wechselte für € 11.700 den Besitzer. Franz Graf von Poccis "Apollon Musagetes. Einzugsfeier mit den Kellnerinnen. 1. Oct. 1875" (LOT 168) vervielfachte die Taxe mit einem Erlös von 3.120 Euro. Durchweg gute Ergebnisse erzielten überdies die Gemälde des Münchner Malerfürsten Franz von Lenbach. So konnte das in einen opulenten Rahmen eingebettete Porträt Otto Fürst von Bismarcks (LOT 262) für € 14.300 an ein Museum veräußert werden. „Waldinneres“ (LOT 280), ein Gemälde das Ivan Ivanovic Siskin, dem bedeutendsten russischen Landschaftsmaler seiner Zeit, zugeschrieben wird, ging für € 14.300 an einen Bieter aus New York.
Sehr gute Ergebnisse erzielten auch altmeisterliche Werke, allen voran das um 1520/30 in Italien geschaffene Gemälde „Maria mit dem Kind und dem Johannesknaben“ (LOT 175). Das beeindruckende Bild erzielte einen Erlös von € 37.700 und ging erwartungsgemäß in sein Entstehungsland zurück. Ein belgischer Käufer sicherte sich für € 11.700 Frans (François) de Mompers „Winterlandschaft mit Schloss und Figurenstaffage“ (LOT 193).
Moderne und Contemporary Art
Im Bereich der Moderne und Contemporary Art dominierten die zahlreichen Skulpturen und Papierarbeiten aus dem Nachlass Anton Hillers das Geschehen. Viele Privatkäufer lieferten sich hier besonders spannende Bietergefechte, vor allem um Hillers männliche und weibliche Figuren, die den Schätzpreis teils deutlich übertrafen. Außergewöhnlich war die rege Beteiligung auf der Seite der französischen Plattform Drouot, wodurch viele Bieter aus Spanien und den Beneluxländern rekrutiert wurden. Die höchsten Ergebnisse bei Hillers männlichen und weiblichen Figuren erzielten eine männliche Figur von 1950 (LOT 411, Ergebnis € 23.400), ein Jüngling von 1958-60 (LOT 420, Ergebnis € 16.900), eine Halbfigur von 1965 (LOT 442, Ergebnis € 15.600) und ein Wächter von 1973 (LOT 488, Ergebnis € 16.250). Gefragt waren auch Hillers Reiterfiguren und Papierarbeiten, die die Taxen ebenfalls deutlich übertrafen. Die ebenfalls aus Anton Hillers Nachlass stammende Kugelkaryatide N. Y. 1968 (LOT 528) von Fritz Koenig wurde für € 15.600 versteigert. Ein kurzes, aber heftiges Bietergefecht entbrannte um Nuna Parrs Eisbär (LOT 533), der am Ende für 9.750 Euro unter den Hammer kam. Auch weitere LOTs im Bereich der Moderne erzielten teils hervorragende Ergebnisse, so etwa das Gemälde “Der Eingang zu den Nebengebäuden des Schloss Clayes“ von Édouard Vuillard (LOT 512), das für € 9.750 versteigert wurde. Karl Schmidt-Rottluffs „Wasserkessel“ von 1949 (LOT 507) wechselte für € 18.500 in Privatbesitz. Für € 41.600 erhielt ein Käufer aus Texas den Zuschlag für “Moon River. 1995“ von George Rodrigue (LOT 539).
Schmuck
Im Schmuckbereich erzielten unter anderem die in großer Stückzahl angebotenen Uhren Top-Ergebnisse. Die klassisch-elegante Damen-Armbanduhr „Nautilus“ von Patek Philippe (LOT 154) wurde für € 17.000 deutlich über der Taxe versteigert, auch die historischen Taschenuhren erzielten durchweg sehr erfreuliche Ergebnisse. |