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Das internationale Interesse an einer musealen Vase und ihrer aufsehenerregenden Geschichte war schon im Vorfeld enorm. Jetzt kehrte das 116 Zentimeter hohe Einzelstück der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin nach ihrer Reise durch adlige Salons und politische Verwerfungen über die Auktion bei Lempertz zu ihrem Ursprung zurück: KPM Berlin-Eigentümer Jörg Woltmann ersteigert das museale Werk.
Eine monumentale Deckelvase der KPM Berlin wurde Ende des 19. Jahrhunderts als beeindruckender Leistungsnachweis der Manufaktur und Zeugnis von künstlerischer wie auch technischer Meisterschaft mit Blick auf die Weltausstellungen in Chicago, Paris und St Louis geschaffen. Kaiser Wilhelm II. aber machte dieses Stück seinem persönlichen Freund Philipp Fürst zu Eulenburg zum Geschenk. Beide verband eine enge Beziehung, aus der Maximilian Harden einen Skandal entfachte. Die sogenannte Harden-Eulenburg-Affäre führte zum Bruch der Freundschaft, die Vase überlebte. Mit der Jubiläums-Auktion „20 Jahre Berlin Auktion“ bei Lempertz kommt dieses sowohl gesellschafts- wie auch kunsthistorisch bedeutende Stück „nach Hause“: KPM Berlin-Eigentümer Jörg Woltmann ersteigerte dieses in jeder Hinsicht spektakuläre Objekt.
Diese außergewöhnlich aufwändige Einzelanfertigung führt die technischen und künstlerischen Möglichkeiten der KPM Berlin an der Wende zum 20. Jahrhundert exemplarisch vor Augen. Das Modell geht auf Alexander Kips zurück, der seit 1888 als künstlerischer Leiter der Manufaktur tätig war. Kips prägte mit seinen formal reichen, plastisch akzentuierten Gestaltungen die Entwürfe der KPM Berlin für Jahrzehnte.
Das Meisterwerk der Porzellankunst vereint bildhauerische und keramische Spitzenleistungen. Zahlreiche frei modellierte Applikationen wie vor allem der nahezu 110 cm lange Leguan, aber auch eine bekrönende Ananas sowie Zitronen und Maiskolben zeugen von der Meisterschaft der Manufaktur. In ihrer aufwendigen Ausführung markiert die Vase einen Höhepunkt der KPM-Produktion seiner Zeit. Für das Ergebnis von 378.000 Euro ersteigerte KPM Berlin-Eigentümer Jörg Woltmann die Vase in der Jubiläumsauktion „20 Jahre Berlin Auktion“ bei Lempertz am 25. April. Ein doppeltes Jubiläum, denn ebenfalls 20 Jahre ist es her, dass der Berliner Unternehmer die Königliche Porzellan-Manufaktur als Alleingesellschafter übernahm. Für das außergewöhnliche Stück Prozellangeschichte schließt sich damit nach mehr als einem Jahrhundert ein Kreis. |