Öl auf Leinwand. 55,1 x 46,2 cm. Gerahmt. Unten rechts schwarz signiert 'Raoul Dufy'. - In farblich schöner Erhaltung. Links unten winzige, vereinzelte Farbabplatzungen. |
Losnummer: 6
Mit dem Gemälde „L' Allée d’Arbres“ kommt eine in der Normandie entstandene und farblich qualitätsvolle Stadtansicht des Fauvisten Raoul Dufy zum Aufruf. Das Eingangsmotiv ist eine in die Tiefe des Bildes führende, holprige Straße, die sowohl von hochgewachsenen Bäumen als auch von weißen Häusern gesäumt wird. Während im Hintergrund ein Fahrradfahrer auszumachen ist, scheint der schwarz gekleidete Mann vorn auf den Betrachter zuzulaufen.
Die Qualität des Gemäldes liegt in der komplementären Verwendung von Grün- und Rottönen, die durch intensives Gelb, Blau und ein strahlendes Weiß verstärkt werden. Die ausgeprägte Farbigkeit ist charakteristisch für das Werk Raoul Dufys, der als Impressionist angefangen hatte, als Kubist im Sinne von Georges Braque fortgeschritten war und sich in den 1910er Jahren dem Fauvismus zugewandt hatte. Nachdem er sich mit dem Schaffen von Henri Matisse beschäftigt und am ‚Salon des Indépandants’ teilgenommen hatte, begann er sich um 1920 von seinen Einflüssen endgültig zu lösen. Wenn im Hochformat „L' Allée d’Arbres“ erstmals auch Vereinfachung und Abstrahierung der Motive zu erkennen sind, mag dies ein Zeichen dafür sein, dass Dufy bestrebt war, einen eigenständigen und persönlichen Stil zu etablieren. Dazu tragen auch die zu Schraffuren mutierten Baumstämme im oberen Bilddrittel und die sichtbare Pinselführung bei, die dem Gemälde einen expressiven Charakter verleihen.
Werkverzeichnis
Laffaille 805
Provenienz
Alex E. Engelman, Los Angeles; Galerie Bernheim-Jeune, Paris; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Literaturhinweise
Marcelle Berr de Turique, Raoul Dufy, Paris 1930, S. 73
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