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In den Auktionen am 5. und 6. Juni 2026 präsentiert das Kunsthaus Lempertz eine Auswahl bedeutender Werke der Moderne und der Zeitgenössischen Kunst. Von größter Seltenheit ist eine außergewöhnliche Marmorskulptur von Wilhelm Lehmbruck, wohl die letzte, die sich noch in Privatbesitz befindet.
Mit der um 1910 entstandenen „Frauenbüste (Büste L.)“ gelangt eines der seltenen, von Wilhelm Lehmbruck eigenhändig in Marmor ausgeführten Werke auf den Markt. Die lebensnahe Darstellung nach dem Modell seiner Frau Anita markiert einen entscheidenden Moment im Schaffen des Künstlers: seinen künstlerischen Neubeginn in Paris. In Auseinandersetzung mit Aristide Maillol und Auguste Rodin entwickelte Lehmbruck hier jene Formensprache, die durch Reduktion, Verinnerlichung und eine subtil bewegte Haltung gekennzeichnet ist. Der leicht geneigte Kopf und der nach innen gerichtete Blick verleihen der Skulptur eine stille, eindringliche Präsenz, die durch die schimmernde Oberfläche des weißen Marmors noch gesteigert wird.
Hinzu kommt die herausragende Provenienz des Werkes. Die Büste wurde 1912 auf der legendären Sonderbundausstellung in Köln direkt vom Künstler durch den Industriellen und Kunstmäzen Hermann Hertz erworben. Über 114 Jahre verblieb sie in Familienbesitz und wird nun erstmals wieder öffentlich angeboten. Der Autor des Werkverzeichnisses Dietrich Schubert bestätigte die Authentizität und nahm das Werk in das Verzeichnis auf (WVZ 50C). Diese Skulptur markiert einen Höhepunkt der deutschen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts, mit einem Schätzpreis von 500.000 bis 700.000 Euro kommt sie nun zur Auktion.
Das Worcester Museum of Art in den USA hat Lempertz vier Werke von Karl Hofer, Bernard Buffett, Maurice Utrillo sowie Pierre-Auguste Renoirs zur Versteigerung anvertraut. Renoir zeigt dabei in seinem Kinderportrait „Coco mangeant sa soupe“ (1905) in warm abgestimmter Farbigkeit den einfühlsamen Blick eines Vaters auf sein jüngstes Kind, Schätzpreis 500.000 bis 600.000 Euro. Die Erlöse dieser Werke der musealen Sammlung kommen einem geplanten Ankauf zugute.
Mit Erich Heckels „Einfuhr in die Scheune“ (1909) kommt ein Werk aus der für den Brücke-Künstler bedeutenden Dangast-Zeit zum Aufruf. Mit reduzierter Farbpalette thematisiert er hier - was er selten tat - den ländlichen Alltag. In Köln wird das Gemälde mit einem Schätzpreis von 300.000 bis 400.000 Euro aufgerufen. Oskar Schlemmers „Raum mit sieben Figuren“ (1937) dokumentiert eindrucksvoll die späte Werkphase des Künstlers, in der sich geometrische Strenge und persönlicher Ausdruck verbinden, Schätzpreis 150.000 bis 180.000 Euro.
Die Arbeit „Borcke“ (1986) des kürzlich verstorbenen Georg Baselitz gibt ein Beispiel für seine radikale Neubestimmung des Figurativen. Sie ist auf 400.000 bis 450.000 Euro geschätzt. Internationale Positionen werden durch Yoshitomo Naras ikonisches „Bunny in Blue“ (1997) ergänzt. Einem der weltweit stark gefragten Künstler gelingt hierin die Verbindung von kindlicher Bildsprache und psychologischer Tiefe, die Komposition erzeugt eine subtile Spannung zwischen Unschuld und existenzieller Vereinzelung. Diese kompakte, intensive Arbeit ist auf 350.000 bis 450.000 Euro taxiert. |