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Artcurial Beurret Bailly Widmers Sommerauktionen in Basel

Hans Arp, Torso-Amphore, 1962

Das Auktionshaus Artcurial Beurret Bailly Widmer veranstaltet am 24. Juni seine jährliche Auktion für moderne und zeitgenössische Kunst sowie die vierte Ausgabe der Basel Watch Auction. Insgesamt kommen 340 Lose unter den Hammer.

Zu den bedeutendsten Werken der Auktion zählt die Skulptur Torso-Amphore von Hans Arp, die 1966 im Rahmen der 4. Schweizer Skulpturenausstellung in Biel der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Obwohl diese Ausstellung Schweizer Künstlern vorbehalten war, bestand Marcel Joray als Ausstellungsorganisator darauf, Hans Arp einzuladen, zu dem er eine enge Beziehung hatte. Torso-Amphore, mit einer Schätzung von 250 000 bis 350 000 CHF, ist eine Skulptur von grosser Sinnlichkeit und puristischer Ästhetik. Ihr Titel suggeriert eine metaphorische Verschmelzung, wobei der menschliche Körper zu einem antiken Gefäss wird.

Die wichtigen amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts sind besonders stark vertreten. Ein grossformatiges Werk von Sam Francis aus der Spätphase seines Schaffens zeichnet sich durch intensive Farbigkeit und eine radikale Gestik aus (Schätzung: 130 000–180 000 CHF).

Eine Papierarbeit von Keith Haring aus dem Jahr 1988 zeugt von seiner ikonischen Bildsprache, die sofort an den kräftigen Linien und energiegeladenen Figuren erkennbar ist (Schätzung: 60 000–80 000 CHF). Im Geist des New Yorks der 1980er-Jahre illustriert die Siebdruckarbeit The New Spirit (Donald Duck) von Andy Warhol das Interesse des Künstlers an der Popkultur und insbesondere an der Bildwelt von Disney (Schätzung: 30 000–40 000 CHF).

Auch eine Reihe von Druckgrafiken von Pablo Picasso dürfte die Aufmerksamkeit der Sammler auf sich ziehen, darunter das berühmte Werk Minotaure caressant du mufle la main d’une dormeuse, ein emblematisches Beispiel seiner surrealistischen Periode. Der Minotaurus erscheint darin als sanfte, autobiografische Figur in einer Szene grosser Empfindsamkeit, in der er behutsam die Hand einer schlafenden Frau berührt. Diese wird gemeinhin als Marie-Thérèse Walter, Muse und Geliebte des Künstlers, identifziert.

Der Katalog rückt zudem eine indische Sammlung mit bemerkenswerten Werken zweier bedeutender Vertreter der modernen indischen Kunst ins Licht: Sayed Haider Raza – mit einer eindringlichen Komposition aus dem Jahr 1955 (Schätzpreis: 80 000–120 000 CHF) – und Francis Newton Souza. Ebenso gewürdigt wird eine jüngere, jedoch ebenso wegweisende Generation, vertreten durch Zarina Hashmi und Arpita Singh.

Zu den weiteren wichtigen Losen der Auktion gehören ein grossformatiges Werk von Auguste Herbin (Schätzung: 80 000–120 000 CHF), das typisch für seine hochstrukturierte, theoriegeleitete geometrische Abstraktion ist, sowie ein besonders schönes Gemälde von Marie Laurencin (Schätzung: 60 000–80 000 CHF), die einen persönlichen Stil – oft als „Nymphismus“ bezeichnet – entwickelte. Dieser wird von zarten Pastelltönen und grazilen weiblichen Figuren in floralen und traumartigen Welten geprägt. Ein Gemälde von Bernard Buffet mit der Darstellung des berühmten Schlosses Le Château de la Roche-Courbon (Schätzung: 120 000–160 000 CHF) veranschaulicht den charakteristischen expressionistischen Stil des Künstlers.

Der Katalog vereint zudem skulpturale und konzeptuelle Werke, darunter das Modell von Duarte, das als Vorlage für die Skulptur Ouverture au monde diente, die am Seeufer von Lausanne-Ouchy installiert ist, sowie eine geometrische Skulptur von Mary Vieira (Schätzung: 25 000–35 000 CHF), deren Formensprache an jene von Max Bill erinnert, mit dem sie bei der Gründung der Hochschule für Gestaltung in Ulm zusammenarbeitete.

Nicht zuletzt dürfen sich Design-Sammler auf eine der ersten Versionen der berühmten Chaise Longue freuen, die von Le Corbusier, Charlotte Perriand und Pierre Jeanneret entworfen wurde und heute zu den Ikonen des Designs des 20. Jahrhunderts zählt. Dieses Exemplar wurde Anfang der 1930er-Jahre von der Schweizer Firma Embru-Werke gefertigt (Schätzung: 10 000–15 000 CHF). Darüber hinaus können Besucher eine Nickel Couch mit geschwungenen Linien des Designers Johnny Swing entdecken (Schätzpreis: 80 000–120 000 CHF), der weltweit für seine Möbelstücke bekannt ist, die er aus tausenden geschweissten Münzen kreiert.

Veranstaltungen zum Bericht:
Moderne und Zeitgenössische Kunst

www.bbw-auktionen.com

Quelle: © Beurret Bailly Widmer Auktionen AG

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