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Das Ehepaar Heinz und Else Kress trug in Jahrzehnten eine der umfangreichsten und bemerkenswertesten Inro-Sammlungen weltweit zusammen. Ab 1979 trat die Leidenschaft für diese japanischen Lackdosen in ihr Leben und sollte sie nicht mehr loslassen. Das Ergebnis ist eine beeindruckende, rund tausend Exemplare umfassende Kollektion. Jetzt wurde Lempertz mit der Versteigerung dieser Sammlung betraut.
In der japanischen Gesellschaft besonders der Edo-Zeit und noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren Inro, jene kleinen Behälter mit feinstem Lack-Finish, begehrte Statussymbole. Männer trugen sie am Gürtel, um allerlei Kleinigkeiten darin zu verstauen – und um ihre gesellschaftliche Stellung zu dokumentieren. Für diese Accessoires in unterschiedlichsten Ausführungen investierten sie fast beliebige Preise. Auch heute faszinieren diese Meisterwerke vollendeter Handwerkskunst Sammler weltweit.
Es war während einer Reise in die USA 1979, als das Ehepaar Kress seine Faszination für Inro entdeckte. Nach Jahrzehnten intensiver Sammeltätigkeit waren aus den in der Stahlerzeugung tätigen Industriellen international geachtete Experten für diese kleine Kostbarkeiten geworden. Ihre Sammlung ist eine der umfassendsten in Europa, ausgestellt in zahlreichen Museen (etwa 1997 im BASF-Museum für Lackkunst, 1998 im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg oder 2007 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn), von der Fachwelt erforscht und in Publikationen beschrieben. Nach eigenen Angaben haben die Kress‘ Ihre Stücke nie gezählt, es handelt sich aber um rund 1000 Exemplare, jedes davon ein Einzelstück. Lempertz ist jetzt mit der Versteigerung dieser außergewöhnlichen Sammlung beauftragt.
Der erste Teil der rund tausend Inro wird in einer Abendauktion am 10. Dezember in Köln versteigert. Darunter beispielsweise ein seltenes, blaugrundiges Inro mit Schmetterlingen und Päonien aus dem späten 19. Jahrhundert. Das 7,8 Zentimeter hohe Stück ist auf 8.000 bis 10.000 Euro taxiert.
Diese Auktion ist der Auftakt einer sich über die kommenden Jahre erstreckenden Reihe an Versteigerungen. Sowohl online als auch in von hochwertigen Katalogen begleiteten Saalauktionen werden die kostbaren Inro präsentiert. Ausgewählte Stücke werden auch in den Lempertz-Niederlassungen in Brüssel, München und Berlin vorab ausgestellt sein.
Nach den äußerst erfolgreichen jüngsten Auktionen Asiatischer Kunst stellt Lempertz mit der Präsentation der Sammlung Kress seine hervorragende Stellung auf dem Gebiet Fernöstlicher Kunst in Europa erneut unter Beweis. |