Zum Gebrauch des Delphins
Sechs viel beschäftigte Künstler der Meisterklasse Neo Rauchs lassen sich ein, auf einen besonderen Ausstellungsort.
Vom 25. September 2011 an werden die Werke von
Sebastian Burger (*Magdeburg 1980)
Stefan Guggisberg (*Thun, Schweiz 1980)
David O’Kane (*Lifford Irland 1985)
Titus Schade (*Leipzig 1984)
Kristina Schuldt (*Moskau 1982)
Robert Seidel (*Grimma 1983)
in der Städtischen Galerie Wurzen zu sehen sein.
Überdies ermöglichen sie am 9.Oktober ab 11 Uhr ein Gespräch, in dem die Künstler über ihre Werke sprechen werden. Außerdem wird im Rahmen dieser Veranstaltung auch der Katalog der Ausstellung vorgestellt.
Die Ausstellungsbesucher dürfen sich auf Außergewöhnliches freuen.
Bereits die Einladungskarte zeigt Phantasievolles und Rätselhaftes, Collagewelten mit Kronen, Delphin-Formen versetzt mit Wurzen-ähnlichen Motiven.
Die Ausstellung präsentiert eine sehr heterogene Gruppe von Künstlern, die der Meisterklasse Neo Rauchs angehören und nicht umsonst in den einzelnen Positionen auf einem vielversprechenden Weg der Emanzipation und Selbstfindung sind.
Der geheimnisvolle klingende Titel „Zum Gebrauch des Delphins“ weckt Assoziationen.
Er fußt auf einem juristischem Terminus, abgeleitet von ‚ad usum Delphini’, und bedeutet so viel wie „zum Gebrauch des Dauphins“. Dies war am französischen Königshof seit dem 17. Jahrhundert eine gebräuchliche Redewendung. Sie kennzeichnete die von gestrengen Lehrern bereinigten, redigierten und aufbereiteten Texte für den Unterricht des Thronfolgers, später für den Nachwuchs schlechthin.
Im Ausstellungskontext bezieht sich dies auf die allseits bereinigte, redigierte, aufbereitete Wahrnehmung der Welt um uns herum und meint auch die gefilterte, zensierte Welt, gesehen von Schülern und Adepten der Malerei.
Ihre Wahrnehmung der Welt in Bildern ist immer eine vermittelte, veränderte Welt. Gleichzeitig liegt die Gemeinsamkeit der ausstellenden Künstler in dem Bestreben die Welt ganz subjektiv, in bestimmten Aspekten zu begreifen – sich die Welt mit ihren Bildern ‚anzueignen’.
Die Ausstellung Zum Gebrauch des Delphins - ad usum delphini kann in wenigstens zwei Richtungen gelesen werden: Einmal als grundsätzliche Bedingung, in der die Welt in Bildern wahrgenommen wird und andererseits als Wahrnehmung des (Nachwuchs)-künstlers, der die Welt durch seinen Arbeitsprozess in Bildern verdichtet.
Zum Gebrauch des Delphins als freie Übersetzung von ad usum delphini hat ebenso einen spielerischen Zug weit über die eigentliche Formel hinweg; sie klingt pseudowissenschaftlich, ähnlich einer Anleitung etwa: der Delphin als Nutztier, gesattelt, vor den Wagen gespannt, durch den Reif springend. Bilder für Delphine, was einen methaphorischen Umkehrschluss zulässt.
Darüber hinaus beschreibt ad usum delphini eine Art Refugium, einen letzten Schutzraum in dem der Nachwuchs, die Meisterschüler sich vor dem endgültigen Debüt in der Welt befindet.
25.9. – 30.10.20111
Mi-So 11-16 Uhr
Städtische Galerie am Markt, Markt 1, Wurzen
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