„Tiere fungieren in der Vorstellung zuerst als Botschafter und Verheißung.“ schreibt John Berger
in seinem Aufsatz „Warum sehen wir Tiere an?“. Ist in der christlichen Tradition die Arche Noah die erste geordnete Zusammenkunft von Tieren und Menschen, so ist dies heute, in seiner Tradition der Wissenschaftsgesellschaft, das Naturkundemuseum. Ein Ort an dem Sehen, Zeigen, Vergleichen und Archivieren für die Vorstellung von unserem Dasein als Menschen im Vordergrund steht. Das Wissen um die biologische Vielfalt unseres Planeten und dessen Erhalt wird unter anderem durch die wissen- schaftliche Arbeit des Naturkundemuseums gewährleistet. Um dieses Wissen in die Gesellschaft zu transportieren, waren die Wissenschaften und Künste schon immer im engen Austausch um adäquate Darstellungsformen für die relevanten Fragen der Zeit zu finden. Die ästhetische Empfindung von einem vom Menschen gesehenen Tier leitet sich vom Selbstverständnis her, das wir von der Natur haben. Alle Ausdrucksformen der Kunst haben sich aus dem Versuch entwickelt, das Augenblickliche in das Immerwährende umzuwandeln. Yvette Kießling, Jochen Plogsties und Edgar Leciejewski stellen in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Zoologischen Museum Hamburg Fragen nach der Gestaltung und Nutzung unserer Umwelt.
Prof. F.C. Gundlach, Hamburg 2012
Eröffnung: 5. Oktober 2012 um 18 Uhr
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