Hängerolle. Tusche und Farben auf Seiden. In der Mitte ist ein Unsterblicher in luftigem Gewand dargestellt, dessen Haupt mit weißen Blumen geschmückt ist. Um ihn herum gruppieren sich vier elegant gekleidete und aufwändig frisierte junge Frauen. Eine von ihnen reicht ihm ein bronzenes Weingefäß, eine andere stellt ihm eine Kassette mit Büchern bereit, während eine dritte vor ihm tanzt und eine vierte für ihn die Laute spielt. Bez.: Zhou Fang und vier Siegel (ungelesen).
59 x 46,7 cm |
Losnummer: 152
Männliche Figuren mit Blumen im Haar, wirken aus heutiger Sicht ungewöhnlich. In der traditionellen chinesischen Kultur war dieser Brauch jedoch durchaus üblich. Er wurde in der Tang-Zeit populär und entwickelte sich insbesondere im höfischen und literarischen Kontext während der Song-, Yuan- und Ming-Dynastie weiter - vor allem bei Gelehrten, Musikern und daoistischen Gestalten.
Der in dieser Malerei dargestellte Mann könnte eine daoistische Gottheit oder der berühmte Literat Yang Shen (1488–1559) sein. Eine ähnliche Darstellung mit dem Titel „Sheng’an Wearing Flowers in His Hair“ von Chen Hongshou (1598–1652) befindet sich im Palastmuseum in Peking.
Provenienz
Ehemals Sammlung Ernst Arthur Voretzsch (1868-1965), seither in Familienbesitz
Literaturhinweise
Abgebildet in: Kunst-Industriemuseum Kristiania, Führer durch eine Ausstellung chinesischer Gemälde, [1919], S. 15, Kat.-Nr. 5, Abb. 4 und in: E. A. Voretzsch, Chinese Pictures, Tokyo 1932, Nr. 5
Vgl. Lidu Yi : "He wore flowers in his hair": understanding a late Ming through his Mid-Ming subject, in: Ming Studies, Bd. 64, Dezember 2011, S. 33-35
Ausstellung
Ausstellung chinesischer Gemälde, Kunst-Industriemuseum Kristiania, 1919
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