Öl, Collage und zwei Heftzwecken auf Holz, auf rote Holzplatte montiert. 46,7 x 38,9 cm. Unten rechts schwarz signiert 'max ernst' und unten links schwarz betitelt 'OPUS DEI'. Auf der Rückseite schwarz signiert, datiert und betitelt 'max ernst 1963 L'ECCLÉSIASTE'. Der zweite Bildtitel 'OPUS DEI' ist übermalt, aber lesbar. - In guter, farbfrischer Erhaltung. Mit leichtem Craquelé in der orange-roten Farbfläche und kleiner Retusche am linken Bildrand.
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Losnummer: 33
Mit dem Gemälde „L’Ecclésiaste (Opus Dei)“ von Max Ernst kommt ein mit leuchtenden Farben ausgeführtes und zum Spätwerk zählendes Werk zum Aufruf. Wie es bei Ernst in den 1960er Jahren häufig vorkommt, arbeitete er auch hier mit dem Zusammenspiel unterschiedlicher Bildtechniken – mit Öl auf Holzträgern, Frottage, einer Papiercollage und zwei Heftzwecken.
1953 kehrte Max Ernst mit seiner Frau Dorothea Tanning aus den Vereinigten Staaten zurück nach Paris, wo sie eine völlig andere Kunstszene vorfanden. Die vorherrschende „École de Paris“ konzentrierte sich auf „Informel“ und „Tachismus“ – vom Surrealismus hatten sich die Künstler weitgehend abgewandt. Wie Ernst in seinen Erinnerungen schreibt, „kehrte ich zu einem Zeitpunkt nach Paris zurück […], als jene ‚terrible simplificateurs‘ […] die abstrakte Kunst hochlobten und die Kunst der Surrealisten als zu literarisch verurteilten.“ (zit. nach: Max Ernst. Retrospektive, Ausst. Kat. Albertina Wien/Fondation Beyeler Riehen, Ostfildern 2013, S. 279). Daher verließ das Ehepaar Paris und erwarb ein Haus in Huismes, unweit von Chinon im Loiretal. Die Abgeschiedenheit des Ortes, die Schönheit der Umgebung und das Leben in einem vom Katholizismus geprägten Land führten dazu, dass Ernst mit den Décalcomanien des amerikanischen Exils abschloss und sich neuen Themen zuwandte. „L’Ecclésiaste (Opus Dei)“ ist repräsentativ für diesen Wandel, denn abgesehen von neuer, intensiver Farbigkeit zeigt es im Zentrum einen mit roter Mitra bekrönten Kopf, der dem Bildtitel entsprechend ein Kleriker sein dürfte und im Bezug zum christlichen Kreuz rechts steht. Mit kritischem Verhältnis zur katholischen Kirche könnte Ernst hier spöttisch auf das „Opus Dei“, auf das für ihn fragwürdige, von „Gott geschaffene Werk“ angespielt haben. Das Gemälde hat zudem eine ausgezeichnete Provenienz, denn in den frühen 1970er Jahren befand es sich im Besitz von Alexander Iolas (1907-1987), einem der damals wichtigsten Galeristen für den Surrealismus.
Werkverzeichnis
Spies/Metken/Pech 3869
Provenienz
Galerie Alexander Iolas, Mailand (rückwärtig mit Etikett); Paolo Marinotti, Mailand; Privatsammlung; Galerie Cazeau & Béraudière, Paris; Galerie Salis & Vertes, Salzburg/St. Moritz (2008); Privatsammlung Bayern
Ausstellung
A Coruña 2004 (Fondación Pedro Barrié de la Maza), Max Ernst y sus amigos surrealistas, S. 74, mit Farbabb.; Köln 2005 (Galerie Boisserée), Malerei, Graphik, Skulpturen und Multiples sowie photographische Portraits des Künstlers Max Ernst von Edward Quinn (1920-1997), Kat. Nr. 4, mit Farbabb.
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