Losnummer: 36
Als „Maler des Schwarz“ bekannt, entwickelt er eine Technik, die er Outrenoir - oder „jenseits des Schwarz“ - nennt. Für Soulages geht es nicht nur um Farbe, sondern auch um die reflektierenden Qualitäten von Schwarz, um das Spiel des Lichts auf der schwarzen Oberfläche.
Das vorliegende Werk, 1951 entstanden, kann als Vorläufer der späteren Outrenoir-Gemälde des Künstlers betrachtet werden. Im Laufe der Zeit nimmt die Farbe Schwarz eine immer dominantere Rolle in seinem Werk ein, bis schließlich fast alle Spuren der darunterliegenden Oberfläche verschwunden sind.
In diesem Werk begegnen wir einem anderen Material, das für Soulages von besonderer Bedeutung ist: Walnussbeize. Dieses natürliche Pigment, das aus Walnussschalen gewonnen wird, erzeugt ein sattes, erdiges Braun. Soulages beginnt, es in seinen Arbeiten auf Papier zu verwenden, da es warm, fließend und für feine Tonabstufungen geeignet ist. Die Verwendung der Farbe spiegelt auch sein tiefes Interesse an Materialität und Textur wider, wobei er die Oberfläche oft mit unkonventionellen Werkzeugen wie Löffeln, schmalen Harken und Gummiwerkzeugen bearbeitet.
Obwohl er der abstrakten Bewegung der Nachkriegszeit zugerechnet wird, unterscheidet sich Soulages' Ansatz von dem seiner Zeitgenossen; statt Gestik und Spontanität, weist sein Werk ruhige und meditative Züge auf.
Zertifikat
Die vorliegende Arbeit ist im Archiv des Künstlers registriert. Mit beiliegendem Photozertifikat von Colette Soulages, Sète, vom 14.04.2025.
Provenienz
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen
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