Weitere Infos: Die Gemälde von Harald Hermann und konzeptuellen Glas-Arbeiten von Markus Keibel polarisieren zunächst durch ihren unterschiedlichen künstlerischen Ausdruck.
Harald Hermann überlagert eigene Fotovorlagen zu surrealen Bildräumen, aufgefächert in verschiedene Realitätsebenen. Die literarische Quelle von Markus Keibel sind Antworten auf seinen Fragebogen, den er ausländischen und deutschen Bürgern der Stadt Mannheim zu dem Begriff „Freiheit“ vorlegt . Sätze und Auszüge der Befragten fließen in seine Arbeiten ein und werden in deren Muttersprache in leuchtend farbige Glasplatten graviert.
Die Überschneidungen der beiden Künstler liegen nicht so sehr in der ästhetischen als vielmehr in Ihrer Ausgangsposition und ihrem Selbstverständnis als Künstler.
H. Hermann belässt in seinen mehrdimensionalen Bildräumen Leerstellen, die assoziativ vom Betrachter im eigenen Kopf zusammengesetzt werden müssen. Das Zusammenführen der absurden Räume lässt viele Lösungen zu und befragt im besten Fall den eigenen Standpunkt, eine Fragestellung, die ebenfalls bei den philosophisch begrifflichen Arbeiten von Markus Keibel auftaucht.
„Es gibt wenig Worte, die über ein ähnlich großes Volumen verfügen, wie das Wort Freiheit.
Dieses Wort Freiheit, wurde und wird, da es so voluminös erscheint, für eigene Ziele benutzt, verdreht und missbraucht. So scheint es an der Zeit zu fragen, was Freiheit heute bedeutet, eine Untersuchung zum Wesen der menschlichen Freiheit zu starten, um durch das Be – fragen der Freiheit den Missbrauch zu offenbaren.“
Markus Keibel, ist in einer großen Kunst am Bau Arbeit am Kunstverein Pforzheim der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Humanismus und Ästhetik nachgegangen.
gehören unterschiedlicher Künstlergenerationen an und gehen trotz ihres künstlerischen Schaffens von einem gleichen Ausgangspunkt vor. In beiden Konzepten bleibt Freiraum für Phantasie und ein Weiterspinnen von Ideen.
Eine Untersuchung zum Wesen der Freiheit
Zehn Fragen zur Freiheit von Markus Keibel
Für die Ausstellung in der Galerie Bernhard Knaus
Eröffnung 18.2.2006
Augartenstr. 68
68165 Mannheim
1.) Ist Freiheit mehr als eine Idee?
2.) Kann Freiheit nur gelebt und nicht gedacht werden?
3.) Ist Veränderung das Wesen von Freiheit?
4.) Welche Freiheiten geben Sie für Sicherheiten auf?
5.) Ist die eigene Freiheit auch die Freiheit des anderen?
6.) Bedingen sich Freiheit und Ungewissheit?
7.) Wie kann Freiheit allgemein werden?
8.) Ist Einsamkeit eine Seite der Freiheitserfahrung?
9.) Sind die Gedanken frei?
10.) Frei? Wozu?
Die Antworten sollen in der eigenen Sprache, der Muttersprache,
beantwortet werden.
Die Texte fließen in die Ausstellung ein.
Alle Antworten werden anonym gehalten.
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