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Josef van Bredael, Der Turmbau zu Babel

Josef van Bredael, Der Turmbau zu Babel

Öl auf Holz, teilparkettiert. 50,7 x 66,5 cm.

Das Gemälde Josef van Bredaels versetzt den Turmbau zu Babel vom altertümlichen Zweistromland in die Niederlande des 17. Jahrhunderts. Das Augenmerk liegt auf der detailreichen Schilderung verschiedenster Bauarbeiten, die der niederländischen Technik der Zeit entsprechen. Nachdem das Thema bereits seit dem frühen Mittelalter in der Wand- und Buchmalerei beliebt war, erlebte es in der niederländischen Malerei zwischen 1550 und 1650 seine größte Verbreitung. Der biblische Mythos vom Bau des Babelturms (1. Mose 11, 1-9) zeigt in diesen Darstellungen nicht die Zerstörung des Turms, sondern das kollektive Streben nach Vollendung eines alles menschliche Maß überragenden Bauwerks mit dem Anspruch auf Gottgleichheit.

Im vorliegenden Gemälde inszeniert Bredael auf einem Platz im Bildmittelgrund den Baustellenbesuch König Nimrods. Mit seiner Komposition folgt er nur bedingt dem berühmten Babelturmbild Pieter Brueghels d. Ä. aus dem Jahr 1563 (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv.-Nr. 1026). Vorbild dürfte ein großformatiges Gemälde Jan Brueghels d. Ä. sein, das im Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen aufbewahrt wird (Abb. 1; Inv.-Nr. 947, siehe Klaus Ertz: Jan Brueghel d. Ä., Bd. II, Lingen 2008-10, Nr. 203, S. 465-66). Im Unterschied zu Brueghel reduziert Bredael die monumentalen, einschüchternden Maße des Turms und legt größeren Wert auf das narrative Element der Figurenstaffage und die Landschaft.

Josef van Bredael entstammt einer bekannten Antwerpener Künstlerfamilie. Schon früh entwickelte er eine Bewunderung für die Werke Jan Brueghels d. Ä. und wurde von seinem Stil inspiriert. Im Jahr 1706 erhielt er mit seinem Cousin Jan Frans vom Antwerpener Kunsthändler Jacob de Witte den Auftrag, u.a. Kopien nach Werken Jan Brueghels zu malen. Van Bredael interpretierte die Sprache Brueghels durch die Ästhetik seiner Zeit und fügte den Konturen seiner Figuren und seinen Pinselstrichen eine persönliche Note hinzu. Van Bredaels Qualität der Ausführung und sein feiner Naturalismus machten ihn zu einem der besten Nachfolger Jan Brueghels des Älteren und zu einem herausragenden Künstler seiner Zeit. Das Gemälde ist als Werk von Bredael im Bildarchiv des RKD, Den Haag, unter der Bildnummer 34149 registriert. Klaus Ertz bezweifelte allerdings die Zuschreibung (K. Ertz u.a.: Josef van Bredael, Lingen 2006, S. 90 und Nr. F 137).

Auf der Versteigerung 1990 in Amsterdam erzielte das Bild den höchsten Preis, der jemals für ein Werk Josef van Bredaels erreicht wurde.

Provenienz
Verkauft von Christoph Ruhl durch Lempertz (ehem. Heberle), Köln, 15.5.1876, Lot 59 (als Jan Brueghel II). - Dort erworben von V. Rutten. - Belgische Privatsammlung. - Sotheby's, Amsterdam, 14.11.1990, Lot 115 (als Joseph van Bredael). - Galerie Jacques Leegenhoek, Paris, 1994 (als Jan Brueghel II und Werkstatt). - Dort erworben und seitdem in deutscher Privatsammlung.

Literaturhinweise
K. Ertz u. C. Nitze-Ertz: Josef van Bredael, Lingen 2006, S. 189, Nr. F 137.

Weitere Details:


Das Gemälde Josef van Bredaels versetzt den Turmbau zu Babel vom altertümlichen Zweistromland in die Niederlande des 17. Jahrhunderts. Das Augenmerk liegt auf der detailreichen Schilderung verschiedenster Bauarbeiten, die der niederländischen Technik der Zeit entsprechen. Nachdem das Thema bereits seit dem frühen Mittelalter in der Wand- und Buchmalerei beliebt war, erlebte es in der niederländischen Malerei zwischen 1550 und 1650 seine größte Verbreitung. Der biblische Mythos vom Bau des Babelturms (1. Mose 11, 1-9) zeigt in diesen Darstellungen nicht die Zerstörung des Turms, sondern das kollektive Streben nach Vollendung eines alles menschliche Maß überragenden Bauwerks mit dem Anspruch auf Gottgleichheit.

Im vorliegenden Gemälde inszeniert Bredael auf einem Platz im Bildmittelgrund den Baustellenbesuch König Nimrods. Mit seiner Komposition folgt er nur bedingt dem berühmten Babelturmbild Pieter Brueghels d. Ä. aus dem Jahr 1563 (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv.-Nr. 1026). Vorbild dürfte ein großformatiges Gemälde Jan Brueghels d. Ä. sein, das im Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen aufbewahrt wird (Abb. 1; Inv.-Nr. 947, siehe Klaus Ertz: Jan Brueghel d. Ä., Bd. II, Lingen 2008-10, Nr. 203, S. 465-66). Im Unterschied zu Brueghel reduziert Bredael die monumentalen, einschüchternden Maße des Turms und legt größeren Wert auf das narrative Element der Figurenstaffage und die Landschaft.

Josef van Bredael entstammt einer bekannten Antwerpener Künstlerfamilie. Schon früh entwickelte er eine Bewunderung für die Werke Jan Brueghels d. Ä. und wurde von seinem Stil inspiriert. Im Jahr 1706 erhielt er mit seinem Cousin Jan Frans vom Antwerpener Kunsthändler Jacob de Witte den Auftrag, u.a. Kopien nach Werken Jan Brueghels zu malen. Van Bredael interpretierte die Sprache Brueghels durch die Ästhetik seiner Zeit und fügte den Konturen seiner Figuren und seinen Pinselstrichen eine persönliche Note hinzu. Van Bredaels Qualität der Ausführung und sein feiner Naturalismus machten ihn zu einem der besten Nachfolger Jan Brueghels des Älteren und zu einem herausragenden Künstler seiner Zeit. Das Gemälde ist als Werk von Bredael im Bildarchiv des RKD, Den Haag, unter der Bildnummer 34149 registriert. Klaus Ertz bezweifelte allerdings die Zuschreibung (K. Ertz u.a.: Josef van Bredael, Lingen 2006, S. 90 und Nr. F 137).

Auf der Versteigerung 1990 in Amsterdam erzielte das Bild den höchsten Preis, der jemals für ein Werk Josef van Bredaels erreicht wurde.

Provenienz
Verkauft von Christoph Ruhl durch Lempertz (ehem. Heberle), Köln, 15.5.1876, Lot 59 (als Jan Brueghel II). - Dort erworben von V. Rutten. - Belgische Privatsammlung. - Sotheby's, Amsterdam, 14.11.1990, Lot 115 (als Joseph van Bredael). - Galerie Jacques Leegenhoek, Paris, 1994 (als Jan Brueghel II und Werkstatt). - Dort erworben und seitdem in deutscher Privatsammlung.

Literaturhinweise
K. Ertz u. C. Nitze-Ertz: Josef van Bredael, Lingen 2006, S. 189, Nr. F 137.

Preis: 120000-140000 

© Kunsthaus Lempertz KG, Köln 


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