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Pietà, München, Alessandro Abondio, zugeschrieben, um 1632

Pietà, München, Alessandro Abondio, zugeschrieben, um 1632

Farbig gefasstes und vergoldetes Wachs, Zinn, Schmiedeeisen, Äste, Borsten, Kristalle, Schneckengehäuse, Muscheln, der Rahmen aus ebonisiertem Weichholz mit entfärbtem Glas. Insgesamt noch in gutem Zustand: Teilweise älter restaurierte Risse im Wachs auf der Höhe von Brust, Hüfte und durch ein Fußgelenk, ältere Insektenschäden im Holz. Relief H 47, B 35,5 cm, Rahmen H 61, B 50, T 11,5 cm.

Das Vorbild für diese Wachsbossierung ist ein Gemälde des in Antwerpen tätigen Malers Willem Key (heute in der Alten Pinakothek, München), das seit ca. 1615 im Besitz der bayerischen Herzöge nachweisbar ist. Das höfische Andachtsbild aus Wachs ist in seiner Ausführung von kunstkammermäßiger Feinheit und zeigt vor einer auf Holz gemalten Landschaft mit dem Golgathahügel Maria mit dem Leichnam Christi. Die Figurengruppe wurde gegossen, im Detail überarbeitet und dann farbig gefasst, am unteren Bildrand ist die plastische Darstellung durch geschmiedete Nägel und Naturalien - die Dornenkrone aus Zweigen, Gräser aus Borsten, Steine, Schnecken und Muscheln - bereichert. Das Relief befindet sich noch heute im zugehörigen Rahmen aus der Zeit. Peter Volk (op. cit.) erwägt für das für die fürstliche Kunstkammer bestimmte Relief eine Datierung um 1632 sowie eine Zuschreibung an Alessandro Abondio, der vom kaiserlichen Hof aus Prag kommend 1617 seine Arbeit am Münchener Hof aufnahm.

Provenienz

Prinz Joseph Clemens von Bayern (1902 - 1990), in Privatbesitz verkauft.

Literaturhinweise

Abgebildet bei Volk, Ein Münchner Wachsrelief von 1632 nach Willem Key. Höfisches Andachtsbild und Kunstkammerobjekt, in: Weltkunst, 1. Oktober 1992, Heft 19, S. 2722 ff.
Ein zweites gleiches Exemplar in der Sammlung Bayerisches Nationalmuseum, Inv. Nr. 91/29.

Weitere Details:


Das Vorbild für diese Wachsbossierung ist ein Gemälde des in Antwerpen tätigen Malers Willem Key (heute in der Alten Pinakothek, München), das seit ca. 1615 im Besitz der bayerischen Herzöge nachweisbar ist. Das höfische Andachtsbild aus Wachs ist in seiner Ausführung von kunstkammermäßiger Feinheit und zeigt vor einer auf Holz gemalten Landschaft mit dem Golgathahügel Maria mit dem Leichnam Christi. Die Figurengruppe wurde gegossen, im Detail überarbeitet und dann farbig gefasst, am unteren Bildrand ist die plastische Darstellung durch geschmiedete Nägel und Naturalien - die Dornenkrone aus Zweigen, Gräser aus Borsten, Steine, Schnecken und Muscheln - bereichert. Das Relief befindet sich noch heute im zugehörigen Rahmen aus der Zeit. Peter Volk (op. cit.) erwägt für das für die fürstliche Kunstkammer bestimmte Relief eine Datierung um 1632 sowie eine Zuschreibung an Alessandro Abondio, der vom kaiserlichen Hof aus Prag kommend 1617 seine Arbeit am Münchener Hof aufnahm.

Provenienz

Prinz Joseph Clemens von Bayern (1902 - 1990), in Privatbesitz verkauft.

Literaturhinweise

Abgebildet bei Volk, Ein Münchner Wachsrelief von 1632 nach Willem Key. Höfisches Andachtsbild und Kunstkammerobjekt, in: Weltkunst, 1. Oktober 1992, Heft 19, S. 2722 ff.
Ein zweites gleiches Exemplar in der Sammlung Bayerisches Nationalmuseum, Inv. Nr. 91/29.

Preis: 6000-8000 

© Kunsthaus Lempertz KG, Köln 


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