Gouache auf Papier. Signiert u.li. "L. Douzette". Hinter Glas in goldgefaßter Stuckleiste mit Blattprofil gerahmt.
Umlaufend mit einer zarten Graphitumrandung durch Künstlerhand.
Blatt verso deutlicher gebräunt. Holzrückwand durch einen Trocknungsriß mittig geteilt.
Als der Autodidakt Louis Douzette das erste nach einigen privaten Unterrichtsstunden im Atelier von Hermann Eschke in Berlin entstandene Gemälde - eine Mondscheinlandschaft - erfolgreich verkaufen konnte, sollte dies den Anfang einer lebenslangen Auseinandersetzung mit diesem Sujet markieren. Bereits 1891 war bei Adolf Rosenberg zu lesen: "Wer heute einen wahren echten Douzette haben will, gibt sich ohne Mondschein nicht zufrieden." (zitiert nach Rudolph, Michael: Louis Douzette, 1834-1924. Gemälde, Graphiken. Ausstellungskatalog Kiel, Schloß, Rantzaubau, 15.6.-15.8.1982, S. 11 [FN 25]).
Was hier wie eine vereinfachende Darstellung des durchaus variantenreichen Oeuvres klingen mag, birgt eine in der norddeutschen Malerei des späten 19. Jhs. einzigartige Affinität des Künstlers zu dramatischen Nachtszenen in der Auffassung und indirekten Nachfolge eines Aert van der Neer oder Jacob van Ruisdael aus dem 17. Jh. In souveräner, eigenständiger Hand verband Douzette diese Vorbildhaftigkeit der alten Niederländer mit der durch die Malerei der Schule von Barbizon bekannten Ausdrucksform der "paysage intime" und schuf somit ein ca. 1700 Arbeiten umfassendes, einzigartig stimmungsvolles Bilderwerk mit (größtenteils) Szenen seiner vorpommerschen Heimat.