Hans Unger "Morgen". 1920er Jahre.
Öl auf Malpappe. Signiert "H. Unger" u.re. Verso mit Pinsel monogrammiert "H.U." und nummeriert "305" Mi. Darunter in Blei betitelt. In einer neuen, vergoldeten Schmuckleiste gerahmt.
Ecken des Malträgers bestoßen. Malschicht am unteren Bildrand mit verpressten Pastositäten.
47 x 62 cm, Ra. 60,3 x 75 cm. |
Weitere Details:
Das Sujet des Erwachens, des Tagesanbruchs und des Morgendämmerns bestimmt Ungers Malerei der 1920er Jahre. In öffentlichen Sammlungen und im Kunsthandel lassen sich mehr als ein halbes Dutzend motivisch ähnlicher Szenen nachweisen, die dieses Thema wiederholen. An der Häufung dieses Motivs läßt sich einerseits ein malerisches Interesse am Farbenspiel des erblühenden Tages erkennen, andererseits auch eine zur Variation anregende Affinität gegenüber der einmal gefundenen Grundkomposition dieser Szenen: auf einem, zumeist roten, drappierten Stoff zeigt sich liegend ein weiblicher Akt, der vom Lichtspiel der in südlicher Landschaft aufgehenden Sonne hinterschienen wird. In äußerst pastosem, beinah derben Pinselstrich vermittelt sich die Unausweichbarkeit dieses Moments, die bezaubernde Gewalt der erwachenden Schönheit, die in dem zur Allegorie geronnenen weiblichen Akt ihren Höhepunkt findet.
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