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Ausstellungskatalog „Kunstpreis junger westen 2001 – Skulptur“

Junge Kunst aus dem Ruhrgebiet



Kunstpreis junger westen 2001, Kerber Verlag, 15 EUR

Kunstpreis junger westen 2001, Kerber Verlag, 15 EUR

Nachdem in Deutschland die ersten Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs vorübergegangen waren und man sich mit Haut und Bauch wieder einigermaßen in Sicherheit fühlen konnte, wurde es schließlich auch wieder Zeit sich um den Kopf kümmern. In Recklinghausen war man dabei sehr schnell. Bereits 1948 erkannten die Stadtväter und -mütter, dass es dringendes Anliegen des neuen Deutschlands sein müsse, wieder eine eigene, lebendige Kultur zu schaffen.




Seit jenem Jahr verleiht Recklinghausen, als erste Kommune Deutschlands, in einem (fast) regelmäßigen Zweijahresturnus den „Kunstpreis junger westen“. Gefördert werden besonders junge Künstler, die zwar bereits zu den Talenten der Szene zählen, aber den Durchbruch noch nicht geschafft haben. Die Ausschreibung konzentriert sich abwechselnd auf die Gattungen Malerei, Skulptur, Handzeichnungen und Druckgrafik. Dreimal in der Geschichte des Preises hat sich das Jurorenteam anstatt einer technischen Beschränkung spezielle Themen ausgedacht: 1972 „Politische und gesellschaftskritische Karikatur“, 1973 „Poesie mit Material“ und 1975 „Akt“.

Dass der heute mit 20.000 Mark dotierte Preis in einer guten Tradition steht, beweisen die berühmt gewordenen Preisträger früherer Tage. Mit feinem Gespür erkannten die Preisrichter die aufstrebenden Talente. Bereits 1948 zeichnete man Karl Otto Götz und Emil Schumacher aus. 1951 hießen die Preisträger HAP Grieshaber und Ernst Hermanns. Zehn Jahre später kürte die Jury Horst Antes als besten Nachwuchskünstler für Malerei. 1967 traf es den heute hochgeschätzten und geehrten deutschen Künstler Gerhard Richter.

Der 64 Seiten starke Druck „Kunstpreis junger westen 2001“ ist im wesentlichen eine Fotodokumentation der begleitenden Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen im Jahr 2001. 22 von insgesamt 214 Bewerbern überstanden zwei Auswahlrunden und wurden zur Ausstellung des engeren Kandidatenkreises eingeladen. Im Katalog sind jedem dieser 22 Künstler zwei bis drei Seiten gewidmet. Ulrich Genth, der Gewinner des Jahres 2001, erhielt für die Präsentation seiner Skulpturen und Installationen sogar acht Seiten. Leider sucht man vergeblich nach erläuternden Texten, die einem die Werke der Künstler und/oder die Entscheidung der Jury näher bringen könnten.

Der Leser bleibt mit seinem Urteil auf sich allein gestellt. Die sporadischen biografischen Angaben, die sich auf Geburtsjahr und -ort sowie den Wohnort der Künstler beschränken, bringen den interessierten Leser auch nicht wesentlich weiter. Leider sind auch die Abbildungen, wahrscheinlich aus Gründen des Layouts, nicht immer so groß, wie man es sich wünschen würde. Schließlich ist es bereits schwer genug, sich mittels einer zweidimensionalen Abbildung einen Eindruck von einer Plastik oder einer Installation zu verschaffen.

Die Anschaffung des Kataloges „Kunstpreis junger westen 2001 –Skulptur“, der im Kerber Verlag erscheint, lohnt sich also eher für den bereits in der zeitgenössischen Plastik bewanderten Kunstfreund. Für Sammler, Kenner und Mäzene bieten die Verleihung des Kunstpreises und der illustrierende Katalog eine gute Möglichkeit, nach jungen, förderungswürdigen Talenten Ausschau zu halten. „Kunstpreis junger westen 2001“ ist mit seinem Preis von 15 Euro nicht wirklich teuer, jedoch hätte man sich lieber einen etwas liebevoller gestalteten und informativeren Katalog gewünscht, auch wenn dieser dann ein wenig kostspieliger geworden wäre.

Ferdinand Ullrich (HG): Kunstpreis junger westen 2001, Kerber Verlag 200, 15 EUR

www.kerber-verlag.de



11.03.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Alberto Saviello

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Kunstpreis junger westen 2001, Kerber Verlag, 15 EUR
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